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Ausstellungen: Kiel · von Jens Rönnau · S. 362 - 363
Ausstellungen: Kiel , 1995

Jens Rönnau
Sung-mook Cho

»Messenger – Skulpturale Installationen«
Kunsthalle zu Kiel, 27.8. – 15.10.1995

Ein rot-weißer Schlagbaum verwehrt den Aufgang über die Treppenanlage zur Kieler Kunsthalle – scheinbar jedenfalls. Sobald man sich nähert, öffnet sich die Schranke automatisch und gibt den weiteren Weg frei. Dahinter, vor den Eingangstüren, steht ein überdimensionaler Stuhl aus zweifarbig patinierter Bronze – ein Stuhl allerdings, auf dem niemand sitzen könnte, weil eine Sitzfläche fehlt. Vielmehr hat jene Plastik vier wülstige Beine mit verschiedenen Ausformungen, eine torbogenartige Lehne, unter welcher man hindurchgehen könnte.

Schranke und Objekt sind eine von zehn teils raumfüllenden Installationen des Südkoreaners Sung-mook Cho, dem Hans-Werner Schmidt in Kiel eine Einzelausstellung widmet – die erste übrigens in der Bundesrepublik überhaupt für den Südkoreaner. Sie war zuvor im Total Museum of Contemporary Art in Seoul und parallel zur letzten Biennale in Mailand zu sehen, was eine bemerkenswerte Zusammenarbeit dreier Museen auf internationaler Ebene bedeutet. Aber auch in seiner Heimat machte sich der 1939 in Taejon/Korea geborene Sung-mook Cho in der Kunstöffentlichkeit bislang eher rar, wenn man von seiner Lehrtätigkeit für plastisches Gestalten an der Hongik Universität in Seoul einmal absieht und von der Tatsache, daß er bereits seit 1960 über öffentliche Kunstpreise verfügt.

Die jetzige Schau ist seit 1981 seine fünfte Einzelausstellung. Sie besteht fast ausschließlich aus inszenierten Variationen des Themas „Stuhl“. Bis auf eine Ausnahme trägt jede Arbeit neben einer fortlaufenden Numerierung den Titel „Messenger“. Die Stühle Sung-mook Chos bestehen aus Bronze, Holz oder Eisen, aber auch aus Papier und Pappmaché. Im Zentrum der Ausstellung trifft man…



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