Gespräche mit Kunstvermittlern · von Alexander Braun · S. 395
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2007

Alexander Braun

»Was zählt, ist die Leistung«

Ein Gespräch mit Gerhard Finckh, dem neuen Direktor des Von der Heydt-Museums in Wuppertal

Von den deutschen Kunstmuseen mittelgroßer Städte ist das 1902 gegründete Von der Heydt-Museum in Wuppertal eines der erstaunlichsten: zum einen wegen seiner prominent besetzten Sammlung, zum anderen, weil es sich fast ausschließlich der Initiative und dem Mäzenatentum der ansässigen Bürgerschaft verdankt, allen voran der Bankier- und Kunstsammlerfamilie August (1851-1929) und Eduard (1882-1964) von der Heydt, deren Namen das Haus seit 1961 trägt. Insbesondere das 19. Jahrhundert und die klassische Moderne ist in Wuppertal verhältnismäßig lückenlos vertreten: Courbet, Monet, Signac, Rodin, Cézanne, Degas, Redon, Gauguin, Rousseau, Toulouse-Lautrec, Leibl, Liebermann, sehr gute Beispiele der Brücke- und Blaue Reiter-Künstler, Feininger, Dix, Léger, Schlemmer etc. pp. Dazu allein zehn Arbeiten von Corinth, sieben Bilder von Hodler, 20 (!) Werke von Paula Modersohn-Becker, Beckmanns, fünf Munchs, fünf Picassos und ein großes Konvolut von Arbeiten des in Wuppertal-Elberfeld geborenen Hans von Marées (darin noch gar nicht jene Werke eingerechnet, die während des Nationalsozialismus‘ beschlagnahmt, vernichtet oder verkauft worden sind, darunter auch das erste je für ein deutsches Museum angekaufte Gemälde Picassos: »Akrobat und junger Harlekin« von 1905, 1911 erworben). Historisch ergänzt wird die Sammlung zurück bis in 17. Jahrhundert insbesondere um deutsche, niederländische bzw. flämische Gemälde, mit einem Schwerpunkt auf Landschaften. Die Kunst nach 1945 ist dagegen deutlich unterrepräsentiert, was auch einige Ankäufe von Arbeiten Tony Craggs nicht wettmachen können, der seit 1977 in der Stadt lebt und die industriellen und räumlichen Möglichkeiten der (ehemaligen) mittelständischen Industriemetropole…

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