Ausstellungen: Los Angeles · von Frank-Alexander Hettig · S. 398
Ausstellungen: Los Angeles , 2003

FRANK-ALEXANDER HETTIG

Yutaka Sone: Jungle Island

The Museum of Contemporary Art, Los Angeles, 4.5. – 27.7.2003

Eine Insel suggeriert Isolation und Gestrandetsein, aber auch Erholung und Kontemplation – der Dschungel jedoch Abenteuer und Gefahr, Unberührtheit und Unbewohntsein – und die Stadt als Dschungel.

„Jungle Island“ ist eine ortsspezifische Installation des in Los Angeles lebenden Japanischen Künstlers Yutaka Sone: drei freistehende Marmorskulpturen von Autobahnkreuzen in Los Angeles liegen in einer üppigen tropischen Vegetation verborgen. Diese detaillierten Skulpturen repräsentieren nicht nur die Autobahnen, sondern auch die umgebenden Gebäude, Straßen und Teile der Stadtlandschaft. Es sind vier spezifische Autobahnkreuze und Verbindungsstellen, die in unterschiedlichen Stadtteilen von Los Angeles liegen. Sie erinnern an Spielzeugeisenbahngelände oder Minigolfanlagen, ohne jedoch deren Farbenpracht oder deren Miniaturmenschen zu haben.

Diese Autobahnverknüpfungen wurden an unterschiedlichen Nahtstellen von Fußwegen aufgestellt, die durch einen Dschungel mit tropischen Pflanzen führen.

Dieses ‚Portrait‘ von Los Angeles betont die Autobahn als das charakteristische Merkmal einer Stadt, welche geographisch und psychologisch durch das Auto definiert wird.

Um die Skulpturen für diese ‚Dschungelinsel‘ anzufertigen, begann Sone mit Luftfotos dieser Kreuzungen, um danach die umgebende Nachbarschaft zu zeichnen und mit Hilfe von Videos festzuhalten. Jedes Detail wurde aufgezeichnet und in einem Modell aus Schaumgummi und Pappkarton angefertigt. Diese Modelle wurden danach zu Marmorkunsthandwerkern in China gebracht, die den weißen Stein unter seiner künstlerischen Aufsicht meißelten. Sone arbeitet mit diesen traditionellen Kunsthandwerkern seit sieben Jahren zusammen.

Freistehend im Zentrum des Museumsraums befindet sich der dichte und üppige Dschungel, der aus über 300 tropischen hochwachsenden Pflanzen artifiziell aufgebaut und kultiviert wurde. Vom Rand dieses künstlichen Urwaldes führen…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Frank-Alexander Hettig

Weitere Artikel dieses/r Autors*in