Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 330
Ausstellungen: Berlin , 2000

Peter Funken

Zeitgenössische Fotokunst
aus Japan

Neuer Berliner Kunstverein, 6.11. – 19.12.1999

Hochentwickelte Fototechnik und Sehenswürdigkeiten knipsende Touristen aus Nipon – das waren noch bis vor kurzem die Stereotype, die – zumindest in Deutschland – gebräuchlich waren, wenn es auf das Thema „Japan und die Fotografie“ kam. Dies hat sich mittlerweile geändert: Stars der japanischen Fotoszene wie Mariko Mori, Morimura oder Araki stellten in westlichen Museen und Galerien zum Teil Aufsehen erregende Arbeiten aus und konfrontierten uns mit einem extremen Blick auf ein extremes Land.

Zur Jahrtausendwende findet in Berlin das Projekt „Japan in Berlin 1999 bis 2000“ mit zahlreichen Kulturveranstaltungen statt. Der Neue Berliner Kunstverein (NBK) zeigt in diesem Zusammenhang eine Ausstellung von dreizehn, überwiegend jüngeren und in Europa wenig bekannten Fotokünstler/innen und setzt damit eine Reihe von Übersichtsausstellungen fort, die bisher Fotografie aus Russland, den Niederlanden, China und Frankreich vorstellte.

Die Gruppenausstellung japanischer Fotografie wird im kommenden Jahr im Halleschen Kunstverein, im Museum Bochum und im Badischen Kunstverein Karlsruhe zu sehen sein.

Zuständig für die Auswahl der Künstler/innen war die Kuratorin Hiromi Nakamura vom Tokyo Metropolitan Museum für Fotografie. Als Motto und Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Fotografie ihres Landes verwendete Hiromi Nakamura den Begriff „memoria“: In der Gedächtnisfähigkeit, im Erinnern und Fixieren von Gegenwärtigem sieht Nakamura den Schlüssel zur Identitätsbildung in einer Zivilisation, die sich zunehmend Problemen sozialer und kultureller Divergenz ausgesetzt sieht. Dies trifft gewiss nicht allein auf die Situation der japanischen Gesellschaft zu, ist aber in ihr besonders deutlich zu verspüren, – kollidieren doch in Japan archaische, von bud…

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