Giacometti-Fälschungen

5. Juli 2015 · Kulturpolitik
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Bis Mitte August 2015 läuft ein Prozess gegen einen Bildhauer vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Angeklagte ist geständig, hunderte Skulpturen des Künstlers Alberto Giacometti nachgemacht und mit der Signatur des Gießereistempels versehen zu haben. Sein Anwalt räumte ein, seinem Mandanten sei bewusst gewesen, dass diese Imitate auf dem Kunstmarkt als Originale von Giacometti ausgegeben wurden, aber er sei nicht an deren Vertrieb beteiligt gewesen. Die Anklage beziffert den Schaden auf acht Millionen Euro, dennoch behauptete der Verteidiger, sein Mandant lebe „mittellos“. In anderen Verfahren wurden zwei Köpfe der Fälscherbande bereits zu Haftstrafen von mehr als sieben Jahren verurteilt, und in diesem Strafrahmen bewegt sich auch das Urteil gegen einen mitbeteiligten Mainzer Antiquitätenhändler: dieser hatte an der Legendenbildung mitgewirkt, die Werke würden aus einem Fundus der Erben Giacomettis stammen. Verbreitet hatte diese Legende ein Komplize, der sich als „Reichsgraf von Waldstein“ ausgab und den Käufern erzählte, er sei ein Freund von Alberto Giacomettis Bruder Diego (1902-1985) gewesen. Im Heimatort Stampa der Künstlerfamilie soll 2016 das Centro Giacometti eröffnet werden. Es dokumentiert die Arbeiten der Künstlerfamilie: Alberto und Diego arbeiteten im Bereich Skukptur, Malerei und Design, ihre Bruder Bruno Giacometti war Architekt.

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