Salvador Dali: Leichnam exhumiert

24. Juli 2017 · Kulturpolitik
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Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses wurde in der katalanischen Stadt Figueras das Grab von Salvador Dali (1904-1989) geöffnet, um an den sterblichen Überresten genetische Proben für eine DNA-Analyse zu entnehmen. Der einbalsamierte Leichnam ist im „Teatre Museu Dali“ unter einer eineinhalb Tonnen schweren Marmorplatte beerdigt. Die 61jährige Pilar Abel aus Gerona behauptet, eine leibliche Tochter des surrealistischen Malers zu sein und will dies durch die DNA-Analyse beweisen. Da das Grab zum katalonischen Kulturerbe gehört, gab es vor dem Gerichtsbeschluss einen komplizierten Rechtsstreit über die Öffnung zwecks Exhumierung. Der Künstler hatte 1934 Gala Eluard geheiratet; die Ehe blieb kinderlos; in seinen Bildern porträtierte er sie immer wieder als seine Muse. Nach Angaben von Pilar Abel soll Dali Mitte der 1950er Jahre eine Affäre mit deren Mutter gehabt haben. Erst in den 1960er Jahren ging das Ehepaar Gala und Salvador Dali im Alltag getrennte Wege, zeitweise war dann die Pop-Sängerin Amanda Lear Salvador Dalis neue Muse. 1970 begann Salvador Dali mit der Umgestaltung des städtischen Theaters in Figueras zu einem Museum, das 1974 eröffnet wurde. Durch seinen verschwenderischen Lebensstil verbrauchte der Künstler zu Lebzeiten große Vermögenswerte: einer seiner Manager, der für alle Vertragsabschlüsse zehn Prozent an Provision bekam, prahlte später, er habe bei Dali mehr verdient als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Den Nachlass an Immobilien und Gemälden vermachte Dali dem spanischen Staat. In dem jetzigen Vaterschaftsprozess ginge es der Klägerin in erster Linie darum, den Namen Dali tragen zu dürfen, heißt es in Presseberichten. Allerdings stünde ihr ein Pflichtteil an der noch vorhandenen Erbmasse zu, sollte die DNA-Analyse eine biologische Abstammung bestätigen. Ein Gerichtsurteil ist für den 18. September 2017 angekündigt.

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