Titel: Manifesta 12 , 2018

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Palazzo Costantino und Quattro Canti

CHIESA DEI SS. EUNO E GIULIANO gehört ebenso wie Teatro Garibaldi, vier weiteren Orten in der Altstadt und drei Außenprojekten zu dem Unterkapitel „City on stage“, das auf die Vielschichtigkeit der Stadt verweist und die lange Tradition des Geschichtenerzählens betont. Im PALAZZO COSTANTINO gastieren sechs Künstler für die Dauer der Manifesta. Das Gebäude steht auf einem Fundament von 1600, wurde später renoviert und während des 2. Weltkrieges erst von deutschen, dann von alliierten Truppen besetzt, die große Schäden anrichteten. In den 1960er Jahren zogen Büros ein, die massive bauliche Veränderungen vornahmen. Vor einigen Jahren wurde zumindest die Fassade des Palasts restauriert.

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Prominent im Innenhof, als Absperrung zu den Treppen hoch in die herrliche erste Etage, hängt Matilde Cassanis großes Tuch mit der Aufschrift „Tutto“. „Alles“ ist auch der Titel ihres Beitrags, der auf Traditionen im barocken Sizilien referiert, um an die vielschichtigen Einflüsse auf die heutige Kultur Palermos zu erinnern. Der Hauptteil von Tutto fand an der Kreuzung Quattro Canti statt, wo auch alljährlich die Santa-Rosalia-Prozession endet. Begleitet vom Glockengeläut der Kirche wurde am 16. Juni buntes Konfetti, Luftschlagen und kleine Piktogramme in die Luft geschossen und regneten auf die begeisterte Menge herunter. Von den Barockfassaden hängen jetzt noch vier Heiligendarstellungen auf Samt – Bannern und schauen auf den Platz herunter. Die Figuren sind vor einem monochromen Hintergrund freigestellt und weisen damit schnell auf einen profanen Kontext hin. Auch damit zeigt Cassani, wie vielfältig die kulturellen Einflüsse…

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von Sabine B. Vogel

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