Titel: 10. Berlin Biennale , 2018

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HAU Hebbel am Ufer

HAU ist die Abkürzung für das Theaterkombinat Hebbel am Ufer, das in der Spielzeit 2003/04 aus einer Fusion von drei Häusern entstand und bis heute drei Standorte umfasst. Die Berlin Biennale gastiert in dem Standort in Kreuzberg am Halleschen Ufer. Das HAU2 wurde 1962 als Schaubühne gegründet und auf Basis einer festgeschriebenen Gleichberechtigung aller Mitarbeiter als Mitbestimmungstheater betrieben. Theaterleiter Peter Stein und Dramaturgen wie Botho Strauß machten die Schaubühne berühmt. Die Räume am Halleschen Ufer dienen heute als Spielstätte für Festivals, Gastspiele und Koproduktionen.

Im Rahmen der Berlin Biennale gastiert hier das interdisziplinäre Kollektiv Keleketla! Library von Malose Malahlela und Rangoato Hlasane mit dem Projekt „Thath’i Cover Okestra, Volume 5: 17 July to 12 September 1977. Lebo Mathosa is born. Steve Biko is assassinated“. Im HAU2 finden Kwaito-Konzerte zum Gedenken an die Schülerunruhen 1976 in Soweto statt. Kwaito bezeichnet eine Musikbewegung, die um 1994 im südafrikanischen Soweto entstand und House – Musik mit traditionellen afrikanischen Klängen als Ausdruck eines neuen schwarzen Selbstbewusstseins der (Post -)Apartheid – Generation verband. In den Sprechgesängen erzählten Schwarze in afrikanischen Sprachen oder Soziolekten vom Alltag. Soweto, kurz für South Western Townships, war von 1983 bis 2002 eine eigenständige Stadt und gehört seither zur Metropolgemeinde Johannesburg. Hier fand am 16. Juni 1976 eine Demonstration der Südafrikanischen Schülerbewegung statt, die sich gegen den Bildungserlass wehrte, der keine Abschlussprüfungen in afrikanischen Muttersprachen mehr zuließ. Die Polizei reagierte völlig unverhältnismäßig mit Schüssen und Verhaftungen auf die Demonstration. Die Unruhen griffen auf andere Townships in Südafrika über. Spätere…

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von Sabine B. Vogel

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