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Biennalen: Manifesta 8 · von Susanne Boecker · S. 249 - 263
Biennalen: Manifesta 8 , 2010

ACAF: Alexandria Contemporary Arts Forum

Overscore / Tachadura
Theory of applied Enigmatics – Dem Unbewussten in der Kunstwelt auf die Schliche kommen

von Susanne Boecker

Bassam El Baroni und Jeremy Beaudry, die als Alexandria Contemporary Arts Forum (ACAF) eines der drei Kuratorenteams der Manifesta 8 bilden, haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem Unbewussten in der Kunstwelt auf die Schliche zu kommen: „Was glauben wir eigentlich in Bezug auf zeitgenössische Kunst und das Kuratieren – ohne dass es uns bewusst ist? Welche Kodifizierungen finden statt an den Punkten, an denen Details des alltäglichen Lebens mit den Industrien von Politik und Kultur zusammentreffen?“ lauten ihre Grundsatzfragen, und sie fordern: „Es ist an der Zeit, dieses kollektive Unbewusste der Kunst zu verstehen und festzustellen, welches die aktuellen Probleme sind oder – noch besser – Lösungen zu finden.“

Auf der Basis einer Analyse der Konditionen aktueller Kunst haben El Baroni und Beaudry eine „Theorie der angewandten Rätselhaftigkeit“ entwickelt, die sie als eine Schnittstelle verstehen, über welche die Beziehungen zwischen der Kunst, dem Kuratorischen, dem Kulturellen, dem Politischen und den künstlerischen Praktiken neu geformt werden sollen. Ein vielschichtiges und komplexes Projekt schwebt ihnen vor, das zwar immer noch Teil des „Kunst-Systems“ ist, jedoch weder die allgemein akzeptierten noch die scharf kritisierten Wege gemeinhin „erfolgreicher“ Projekte beschreitet. Also weder Anbiederung noch Provokation, weder Mainstream noch Elitarismus.

Ihre „Theorie der angewandten Rätselhaftigkeit“ (The Theory of Applied Enigmatics) besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Elementen:

1. Dem kollektiven Unbewussten zeitgenössischer Kunst zu widerstehen

2. Sich an das Erbe des institutionalisierten Humanismus wenden

3. Komplexität sein

4. Rätselhaftigkeit…


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