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Titel: Kunst der Fiktion der Kunst · von Susann Oertel · S. 138 - 147
Titel: Kunst der Fiktion der Kunst , 2010

Susann Oertel
Alle oder keiner?

„Ist die beste Subversion nicht die, Codes zu entstellen, statt sie zu zerstören?’
(Roland Barthes)

1. Einleitung: Wer ist Luther Blissett?

Eurispes, ein bekanntes italienisches Institut für Sozialstudien und Umfragen, das jedes Jahr den ‘Rapporto Italia’ (Italien Report) über die wichtigsten Phänomene zeitgenössischer italienischer Kultur veröffentlicht, widmete Luther Blissett im Jahre 1999 mit ‘The Invisible Insurrection’ gleich ein ganzes Kapitel. Anerkennenswert schien ihnen vor allem ‘this way of crossing and superceding the usual dichotomies of contemporary society (singularity/multitude, individual/community, true/false)’ 1.

Tatsächlich entzieht sich Blissetts wechselnde Identität automatisch jeglichen akademischen Beschreibungsversuchen. So erfindungsreich diese auch sind – ‘cognitive dissident’, ‘psycho-informatic pirate’, ‘cyber-pirate’, ‘leader of the net-gener@tion’, ‘media terrorist’, ‘cultural terrorist’, ‘cerebral terrorist’, ‘guerilla semiologist’, ‘media chaos cultist’, ‘art conjuror’, ‘transgender militant’, ‘Fantomas of pranks’, ‘fake scoop manifacturer’, ‘global performance’, ‘philosofical sect’, ‘polimorphous musician’, ‘anonymes Autorenkollektiv’, ‘Kulturterrorist’ oder ‘Kommissarin für die korrekte Verwendung der Zeichen im öffentlichen Raum’, um nur einige zu nennen. Luther Blissett ist und bleibt nicht fassbar. Auch assoziative Definitionsversuche können stets nur einen Teil von Luther Blissett wiedergeben.

Dennoch soll hier der Versuch unternommen werden, sich diesem Phänomen zumindest ansatzweise zu nähern.

Bei der Recherche traten einige Schwierigkeiten auf. Insbesondere im Internet waren sehr viele Texte zu finden. Diese stammten jedoch hauptsächlich von Luther Blissett selbst, d.h. es gab wenig Auseinandersetzung von außen. Zudem waren sie meist völlig ungeordnet und oft widersprüchlich, was in der Natur der Thematik begründet ist. Vieles ist überhaupt nicht mehr zugänglich. Immer wieder stößt man auf inaktive Links. Das ‘Gelöbnis’ ehemaliger Mitglieder, nicht mehr über das Projekt zu sprechen, macht die Sache auch nicht gerade leichter. Es existiert noch die Homepage http://www.lutherblissett.net, ein chronologisches Textarchiv von 1994 bis 1999, welches in erster Linie Beiträge aus einem Luther-Blissett-Newsletter enthält, welcher auch in der Mailingliste ‘Nettime’ veröffentlicht wurde.

2. Konzept des multiplen Namen, der kollektiven Identität

Ein multipler Name ist ein individueller Name, der von mehr als einer Person angenommen wird. Über die Herkunft dieses Konzeptes gibt es vielfältige Spekulationen. Es herrscht jedoch ein gewisser Grundkonsens darüber, dass das Prinzip im Grunde bereits seit Buddha bekannt ist. Später wurde die Technik von den Neoisten adaptiert. Jeder kann den Namen verwenden. Dies bedeutet auch, dass jeder, der den Namen annimmt, eine eigene Geschichte über dessen Herkunft erfinden kann. Die bekannteste Geschichte über die Herkunft des Namens Luther Blissett ist die des britischen Künstlers Harry Kipper, der sich den Namen Anfang der 80er von einem Fußballer aus Jamaika, der als Mittelstürmer für AC Mailand spielte, auslieh.

Dies findet in Form der so genannten Mythopoesis statt, d.h. es werden ständig neue Mythen erfunden und gleichzeitig die alten erforscht und gefestigt. So soll das Projekt von seinen Gründern losgelöst werden. Dies geschieht im Sinne einer Open-Source-Praxis, für welche eine ausgeprägte Selbstbezüglichkeit charakteristisch ist.

Das einzige Porträt von Luther Blissett entstand 1994 durch das Morphen männlicher und weiblicher Gesichter. Das so entstandene Bild wurde auch im Internet veröffentlicht. Das Annehmen des multiplen Namens ist dabei nicht allein Ausdruck von Anonymität, sonst wäre es nämlich nicht besser als gar kein Name, sondern es fungiert gemeinschaftsbildend, im Sinne eines Gemeinwesens wie bei Marx. Das Bewusstsein der globalen Gemeinschaft wird geweckt und gefestigt. Somit stellt der multiple Name einen Angriff auf Konzepte von Subjektivität und Identität dar, er soll Regeln konventioneller Identität sprengen. Man spricht daher oft auch vom ‘multiplen Single’, vom ‘-dividual’ (d.h. es besteht aus vielen Persönlichkeiten) oder vom ‘-condividual’ (d.h. viele Individuen teilen denselben Namen). Die Trennung von Individuum und Kollektiv wird aufgehoben, die Masse wird zum handelnden Subjekt.

Hierfür ist jedoch die Verknüpfung mit einer bestimmten politischen Praxis vonnöten. Durch die Bindung an die Gestalt einer imaginären Person entsteht ein kollektiver Mythos ohne fixierbare, festgeschriebene Geschichte. Dieser erlaubt, ohne Misstrauen zusammenzuarbeiten. Er manifestiert sich an vielen Orten zur selben Zeit. Oder, wie Luther Blissett es selbst in zahlreichen Schriften ausdrückt, „the multi-use-name bearers are never the same, do not know each other and their respective activities are completely different“2. Die Strategie ist Nicht-Strategie, dennoch ist sie nicht beliebig. Sie kann vielmehr nur durch die Einheit existieren, die sich in ihrem Handeln zeigt. Hierfür ist keine Zensur oder Kontrolle notwendig. Verschiedene Blissetts können ihre Kritik an einer bestimmten Verwendung des Namens ausdrücken. So herrscht beispielsweise ein gewisser Konsens darüber, dass der Name nicht für rassistische Zwecke missbraucht werden darf. Lustig wie bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die erstaunlich häufige Betonung der korrekten Schreibweise (mit zwei ‘t’) und Aussprache (diese entspricht der Schreibweise).

Das Luther-Blissett-Netzwerk dient in erster Linie der Veröffentlichung von Texten, aber auch von Musikstücken3, Videos und Filmen sowie politischen Aktionen. Es werden unterschiedliche Medien genutzt. So übte Luther Blissett in Kunstkritik, Literatur, Politik, Religion, Sport und weiteren Bereichen Einfluss aus. Es fällt jedoch eine Konzentration auf Italien und England auf, was zum Teil auch dadurch begründet ist, dass die Texte zum Großteil nur in Italienisch und Englisch veröffentlicht sind.

3. Ziele und Theorien

Übergreifendes Ziel ist eine Gesellschaftskritik und eine Störung der gesellschaftlichen Ordnung. Dem zugrunde liegt „neben der Unversöhnlichkeit mit der kapitalistischen Produktionsweise, mit menschenverachtenden Machtstrukturen und Vergesellschaftungsformen [wie Nationalismus, Rassismus und Sexismus] auch die Unzufriedenheit mit einer linksradikalen politischen Praxis, die zwischen unbedingter Militanz, pragmatischer Realpolitik und reiner Ideologiekritik herumeiert(e)“ 4.

Die gesellschaftlichen Diskurse, in denen diese Herrschaftsverhältnisse normalisiert werden, die kulturelle Grammatik als Regelsystem, das gesellschaftliche Beziehungen und Interaktionen strukturiert, werden in Frage gestellt, der Übergang zur sogenannten Kontrollgesellschaft angeprangert. Die Legitimität und der quasi natürliche Status des gegenwärtigen Kapitalismus sollen in Frage gestellt werden. Durch die Theorie der Subversion, einer „auf Umsturz der bestehenden Ordnung zielenden Tätigkeit im Verborgenen“5 , soll die Legitimität der Macht durch ein Moment der Verwirrung in Frage gestellt, Raum für Utopie geöffnet werden. Dabei werden die Bedingungen politischer Rezeption berücksichtigt, Aufklärung auch dahin getragen, wo sie sonst nicht gehört wird.

3.1. Neoismus

Luther Blissett und Neoismus werden oft in einem Atemzug genannt, ihre Verbindung ist jedoch umstritten. Neoismus ist eine kulturelle und künstlerische Bewegung, die aus dem Mail Art Network der späten 70er Jahre entstanden ist. Einflüsse sind unter anderem Futurismus, Dadaismus, Fluxus, Punk und Video. Auch soll eine Faszination für Mathematik, Psychiatrie und Science Fiction typisch sein. Ein populäres Beispiel ist tENTATIVELY a cONVENIENCE6, ein Musiker, Performance-Künstler, Autor und Schwimmer, der ein detailliertes 3D-Tatoo des menschlichen Gehirns auf seinem Kopf trägt und sich mit diversen Musik- und Textbeiträgen am Luther-Blissett-Projekt beteiligt hat.

Manche sagen, Neoismus existiert nur in der Reaktion, die es hervorruft. Andere sagen, Neoismus zeichnet sich schon allein durch den multiplen Namen aus, der von jedem angenommen werden kann, der sich selbst als Neoist bezeichnet. Einer der populärsten Namen war Monty Cantsin7, der allmählich durch Karen Eliot8 ersetzt wurde. Neben Luther Blissett war auch Smile9 eine Zeit lang sehr verbreitet. Diverse Pop- und Performancegruppen sowie multiple Magazine haben den Namen angenommen. Seit Ende der 80er Jahre setzte eine Selbst-Historisierung ein. Daher behaupten manche auch scherzhaft, das einzige Produkt, das der Neoismus je hervorgebracht habe, sei ein endloser Monolog über sich selbst. Es ist eine Methode, um Kunstgeschichte selbst zu fabrizieren, indem man Interesse an den Künstlern erzeugt, ein existentielles Experiment, um zu sehen, was passiert, wenn man nicht mehr zwischen Kunstprodukten und Individuen differenziert.

Seit den 80ern setzte ein verstärkter Einfluss des Plagiarismus, der sich gegen Copyright richtet, ein. Betrug wird als revolutionäre Waffe eingesetzt, Widerstand durch Lügen geprobt. Dafür muss es in die Praxis umgesetzt werden.

3.2. Kommunikationsguerilla

Die Kommunikationsguerilla umfasst ein Kollektiv von linken Kunst- und Polit-Aktivisten. Definitionen, Neuigkeiten und Veröffentlichungen der Kommunikationsguerilla findet man unter http://www.contrast.org/KG/. Das ‘Handbuch der Kommunikationsguerilla’ mit dem Untertitel ‘Jetzt helfe ich mir selbst’ wurde von dem Autorenkollektiv der autonomen a.f.r.i.k.a gruppe, Luther Blissett und Sonja Brünzels verfasst. Die a.f.r.i.k.a gruppe stammt aus der südwestdeutschen Autonomen-Szene, kämpft dort in erster Linie gegen Tübinger Burschenschaftler und die Baden-Württembergische CDU an. Luther Blissett tritt erstmals auch in Deutschland als Autor auf. Und Sonja Brünzels ist ein weiterer multipler Name, der ähnlich wie Luther Blissett benutzt wird. Das erste, inzwischen verbotene, Cover, gegen welches der Motorbuch Verlag eine Unterlassungserklärung erwirkt hatte, entstand in Anlehnung an die bekannte Ratgeberreihe für Autoreparaturen. Das Buch ist mittlerweile in einer vierten Auflage und mit neuem Cover erschienen. Es ist collagenartig aufgebaut, das heißt drei verschiedene Textarten stehen nebeneinander: 1. Beschreibungen der kommunikativen Prinzipien und Methoden, 2. Praxen, Strömungen und Gruppen, 3. Beispiele.

Es wird nach neuen, anderen Formen der politischen Auseinandersetzung gesucht. Diesem Versuch liegt die Einsicht zugrunde, dass Gegeninformation nutzlos ist, wenn niemand sie hören will. Daher wird sich um Kommunikation zwischen Medien und Medienkonsumenten, Kommunikation im öffentlichen oder sozialen Raum sowie Kommunikation zwischen gesellschaftlichen Institutionen und Individuen bemüht. Es handelt sich dabei nicht allein um mediale, sondern auch um face-to-face-Kommunikation.

Die Guerilla-Metapher bezieht sich auf das Agieren aus dem Verborgenen, lokal und punktuell, jenseits befahrener Routen. Sie entstand in Anlehnung an Umberto Ecos ‘semiologische Guerilla’, welche eine Verschiebung der Zeichen beschreibt. Nicht nur im Nachrichtenmagazin ‘Spiegel’ wurde der Romancier, der im Hauptberuf Professor für Semiotik in Bologna ist, als wichtigster geistiger Wegbereiter genannt. In seiner Aufsatzsammlung ‘Über Gott und die Welt’ gab er schon 1985 die Parole von der ‘semiologischen Guerilla’ aus. Sein genauer Einfluss bleibt umstritten. Es gibt sogar Gerüchte, dass Eco höchst persönlich hinter dem Phänomen Luther Blissett stecke und somit den linken Flügel der Regierung unterstütze.

Der Schwerpunkt wird auf Interventionen gelegt, die nicht von Massenmobilisationen abhängig sind, sondern zu jeder Zeit, an jedem Ort, mit wenigen Leuten möglich sind. Getreu dem Roland-Barthes-Satz ‘Ist die beste Subversion nicht die, Codes zu entstellen, statt sie zu zerstören?’ geht es um Eingriffe in den Kommunikationsprozess durch die abweichende, dissidente Benutzung von Zeichen und Verfremdung. Die herrschende Ordnung, die kulturelle Grammatik, soll durcheinandergebracht und neu codiert werden. Techniken und Logik moderner Massenmedien (Ausstellungen, Pressekonferenzen, Bücher, etc.) werden zur Vermittlung eigener Inhalte überlistet. Somit können wirksame Interventionen in den öffentlichen Raum vor Ort stattfinden.

Vielleicht bietet dies zusätzlich die Chance, alte Gegensätze zwischen militanten Terroristen auf der einen Seite und Recht und Ordnung auf der anderen aufzuheben. Neben dem Ärgern der anderen kommt auch das eigene Vergnügen nicht zu kurz, was sicher ein angenehmer Nebeneffekt ist. Dies ist nicht zuletzt dem Party-Stil der Subversion, deren kreativer Verspieltheit, zu verdanken. Langeweile wird als ‘konterrevolutionär’ betrachtet.

Der Literaturwissenschaftler Florian Cramer kritisiert allerdings, dass die Kommunikationsguerilla unfähig sei, die vorgeschlagenen Subversionen und Täuschungen selbst zu gebrauchen. Vielmehr neige sie zu ‘unangemessene[r] Versachlichung und Objektivierung’10 . Eine Selbstsubversion scheint ihm jedoch unbedingt erforderlich. Die Aktivisten ließen selbst an revolutionärem Humor, den sie beschreiben, vermissen. Auch verfielen sie immer wieder der Polarisierung und seien zudem extrem eurozentrisch. Die USA, die oftmals sogar wesentlich extremere Beispiele zu bieten habe, werde komplett weggelassen. Er versteht nicht, wo denn der gemeinsame Nenner der aufgeführten Gruppierungen zu finden sei. Ist die Auswahl und Zusammenfassung dieser denn nicht schon wieder ‘angewandte Diskursmacht’ 11? Und wie sollen die Codes ersetzt werden? Reproduziert diese Vorgehensweise nicht automatisch die kritisierte Ideologie?

4. Mittel und Techniken

Es gibt zwei grundsätzliche Prinzipien der Subversion: die Verfremdung und die Überidentifizierung. Beide beruhen auf der Annahme, dass offene Kritik und ironische Distanzierung eher wirkungslos bleiben müssen.

Bei der Verfremdung handelt es sich um subtile Veränderungen der Darstellung des Gewohnten. Dies ist besonders wirksam, wenn nicht sogleich erkennbar ist, was nicht stimmt. Die Verfremdung soll Distanz zum Bestehenden, einen kritischer Blick auf übliche Wahrnehmungsmuster erzeugen. Die scheinbare Natürlichkeit der Verhältnisse soll in Frage gestellt werden. Beliebte Objekte sind politische Plakate, Werbeposter, Denkmäler, öffentliche Anlässe und Rituale.

Als Überidentifizierung wird die Positionierung innerhalb der Logik der herrschenden Ordnung bezeichnet. Diese wird dabei ernster genommen als sie das System selbst nimmt. Somit werden allgemein bekannte aber doch tabuisierte Aspekte des Gewohnten, sogenannte Implikatoren, offen ausgesprochen. Die Anwendung dieser Technik soll Selbstdistanzierungen, die in den herrschenden Diskurs eingebaut sind, auflösen und die Kehrseite deutlich hervorbringen. Ein bekanntes Beispiel für dieses Prinzip ist die slowenische Musikgruppe Laibach. Beide Techniken werden mit unterschiedlichen Methoden und Techniken umgesetzt, auf welche nachfolgend nur kurz eingegangen werden soll. Im ‘Handbuch der Kommunikationsguerilla’ werden diese ausführlich beschrieben und anhand von Beispielen erläutert.

Fakes oder auch Fälschungen, performative Aussagen, Gerüchte und die Erfindung falscher Tatsachen zur Schaffung wahrer Ereignisse sollen die Legitimation der Macht beschädigen, indem in ihrem Namen falsche oder sinnlose Informationen verbreitet werden. So wird die unberechenbare, bedrohliche Kehrseite der Macht aufzeigt oder aber die Macht als Trottel hingestellt. Da die Bevölkerung in der Regel annimmt, dass offizielle Aussagen auch von Legitimierten stammen, tritt in der Regel tatsächlich die erwünschte Wirkung ein. Mit Verunsicherung und den nachfolgenden Dementi als Versuch, die gestörte Ordnung wiederherzustellen, wird fest gerechnet. Die kommunikative Wirkung entsteht gerade durch die erzwungene Positionierung der Institutionen.

Ziel der Camouflage ist es, durch Verkleidung Kommunikationsbarrieren zu überwinden. Dies wird durch den bewussten Einsatz der Spannung zwischen Form und Inhalt unterstützt. Ein Beispiel sind eingängige Mainstream-Pop-Melodien mit anarchistischen Texten.

Subversive Affirmation nennt man die übertriebene Zustimmung. Die ‘falschen’ Leute tun das ‘Richtige’. Der Vorteil hierbei ist, dass dies kaum unterbunden werden kann. Die hervorgerufene Distanz verwandelt die vordergründige Zustimmung in ihr Gegenteil. Subversive Affirmation wird gern bei Wahlveranstaltungen eingesetzt.

Bei der Entwendung, Umdeutung (von Bildern, Begriffen oder Texten) sowie Collage und Montage (auch Plagiarismus) werden Fragmente aus unterschiedlichen Kontexten herausgenommen. Durch ihre Kombination werden neue Bedeutungszusammenhänge hergestellt.

5. Beispiele und Aktionen

Anfang 1995 führte Luther Blissett die italienische Fernseh-Show ‘Chi l’ha visto?’, was soviel heißt wie ‘Hat sie irgend jemand gesehen?’, die vermisste Personen aufspürt, in die Irre. Die Teilnehmer inszenierten das Verschwinden des nicht existierenden Künstlers Harry Kipper mit dem Künstlernamen Luther Blissett. Sie erfanden eine beeindruckende Geschichte, nach der der Künstler auf seinem Mountainbike durch Europa tourte, um mehrere Städte in Form des Wortes ‘ART’ zu verbinden, was sie ‘psychogeographical tourism’ nannten. Sie legten falsche Spuren und gaben eine Pressemitteilung heraus, die nahezu unverändert in vielen Tageszeitungen erschien. Die Redaktion der Sendung war fasziniert. Sie wollte auch sogleich eine Folge über Kipper drehen und hatte lediglich ihre Probleme, das Konzept der ‘psychogeography’ zu verstehen. Nach gründlicher Recherche nahmen die Redakteure an, das Verschwinden sei Teil der Performance-Kunst von Kipper. Der Bericht sollte auch gesendet werden. Ärgerlicherweise bekam jedoch ein freier Mitarbeiter zufällig eine alkoholschwangere Konversation mit, in der der Schwindel aufflog. So wurde die Folge in letzter Minute ersetzt. Allerdings hatte man bereits die Presse informiert. Die Erklärung, die Redaktion „sollte Zeit verschwenden, damit Leute, die wirklich abgehauen sind, frei sein können“, wurde in zahlreichen Zeitungen abgedruckt.12

Dies ist ein typisches Beispiel der ausgeklügelten Marketing-Presse-Strategie, derer sich Luther Blissett bedient. Es ist ein anderer Ansatz, die Struktur zu unterlaufen. Eine andere, noch bekanntere Aktion fand 1995 auf der Biennale in Venedig statt. Es wurden gefakte Pressemappen über die angebliche Präsentation eines Ölgemäldes des, aus einer Tierversuchsanstalt ausgebrochenen, Schimpansen Loota veröffentlicht. Die daraufhin in Scharen angekommenen Besucher und Kritiker erwarteten jedoch nur Flugblätter mit dem Foto einer Banane, deren Chiquita Logo durch Luther Blissetts Gesicht ersetzt worden war. Auf der Rückseite fand sich eine Erklärung, die sinngemäß beinhaltete, dass die pharmazeutische Industrie nicht nur Tiere tötet und dass man keinen künstlerisch begabten Affen braucht, um sich dagegen zur Wehr zu setzen.13

Weitere Beispiele für das Treiben des Kulturterroristen sind ein gefälschter Sammelband mit Texten und Interview des New Yorker Kultautoren Hakim Bey sowie die angebliche Verwicklung des Pfarrers Don Pierino Gelmini in eine Kinderporno-Affäre. Dies sollte sich „gegen Medienhysterie und reaktionäre Meinungsmache“ richten 14. Ebenso das falsche Bekenntnis einer HIV-positiven Prostituierten, die angeblich immer Löcher in die Kondome der Freier gestochen habe, das in der Tageszeitung ‘Il Resto Del Carlino’ in Bologna veröffentlicht wurde. Viele weitere Aktionen mit ausführlichen Erläuterungen in englischer Sprache findet man unter http://www.lutherblissett.net.

6. ‘Seppuku’ und Wu-Ming

Viele Sites sind nicht mehr erreichbar. Beispiele, wie unter http://www.undo.net/luther, bei dem die Schrift ‘Sorry but Luther is dead… for now…’, begleitet von Sirenengeheul, aufleuchtet, findet man viele.

Hauptgrund ist der ‘Seppuku’, wie der rituelle, ehrenhafte Selbstmord der Samurais genannt wird, der Ende 1999 vom harten Kern, der sich selbst allerdings nie so bezeichnen würde, in Bologna und Rom begangen wurde. Schuld ist ein altmodischer Fünfjahresplan, nach welchem der Name nach Ablauf dieser Frist nicht weiter angenommen werden sollte. Seitdem wollen ehemalige Mitglieder keine Antworten mehr zum Luther-Blissett-Projekt geben, um nicht zu Blissettologen zu werden. Dennoch bedeutet der Selbstmord nicht das Ende des gesamten Projektes. Einige verwenden den Namen weiter, neue Blissetts kommen hinzu. Der Selbstmord betrifft hauptsächlich die Kerngruppe in Bologna und Rom, die jedoch nach eigenen Aussagen, die man gern anzweifeln darf, nur 0,004 % des gesamten Projektes ausmachen. Die Tatsache jedoch, dass seit Ende 1999 nur noch vereinzelt Texte von Luther Blissett aufgetaucht sind, spricht da eine andere Sprache…

Anfang 2000 wurde das „handover (from anyone to whosoever)“15 vom holländischen Record Label WOT4 mit der Herausgabe der CD ‘Luther Blissett the open pop star’ gefeiert. Das Werk des ‘eclectic, multi-styled and multi-headed performer’16 setzt sich aus den Beiträgen unterschiedlichster Bands, Musiker und DJs zusammen. Diese werden jedoch allenfalls als ‘guest stars’ erwähnt. Sie sollen für einen Track selbst zu Luther Blissett werden. Dadurch werden viele Stile gemischt.

Charlie Holmes von WOT4 Records: „As we live in a world where the official version is invariably bullshit, and the media is a part of the plot to maintain the status quo […] a group, or groups, who deliberately provoke any kind of alternative way of thinking has got to be a positive step. The political situation in Italy is totally chaotic. The only thing for sure is that the politicians are corrupt and make vast fortunes. Luther Blissett is an interesting ingredients.“ 17

Eine neue Gruppe, die sich aus ehemaligen Mitgliedern herausbildete und die hier stellvertretend für viele andere näher erläutert werden soll, ist Wu-Ming. ‘Wu-Ming’ ist Mandarin für ‘kein Name’, in China oft als Unterschrift von Dissidenten gebraucht. Genauere Erläuterungen zu der neuen Herangehensweise, zum Selbstverständnis und Auszüge aus neuen Büchern findet man unter http://www.wumingfoundation.com. Wu-Ming, das ist ein Kollektiv der Schriftsteller Roberto Bui, Giovanni Cattabriga, Luca di Meo und Federico Guglielmi, die von 1994 bis 1999 Mitglieder des Luther-Blissett-Projekts waren und die Autoren des historischen Romans ‘Q’ sind. Dieser ist Anti-Copyright, was sogar beim Verlag Einaudi durchgesetzt wurde. Dies ist auch wichtig für das Selbstverständnis der Gruppe. Alle Bücher des Projektes stehen auf ihrer Homepage als kostenloses Download bereit. ‘Q’ umfasst 600 Seiten, spielt im 16. Jahrhundert, im Deutschland der Reformation und Bauernkriege und beinhaltet unzählige Charaktere ohne feste Identität. Die Entstehung des Romans dauerte länger als drei Jahre. Hunderte Mitautoren steuerten Texte bei und die vier Hauptverantwortlichen fügten das Ganze zusammen. Das Buch verkaufte sich gut und es kursierten bereits diverse Gerüchte, dass sich Dino De Laurentiis die Filmrechte sichern wolle und Posh Spice die Hauptrolle in dem Film übernehmen würde…

Die vier Autoren haben ihre Identität letztlich gelüftet, um ihre Intentionen besser erklären zu können.

„We are Roberto Bui, Giovanni Cattabriga, Luca di Meo und Federico Guglielmi. All you are going to know about us is that we are based in Bologna. We are from 26 up to 35 years old. Some of us work as bouncers at night clubs […] We have been active in the Luther Blissett Project since its beginnings, and integral parts of the Bologna scene since the late Eighties. We had and keep having problems with the Law. Our names are far from being important. Our biographies are even less relevant. We are the team that actually wrote ,Q’, and yet we are less than the 0.04% of the LBP. The fact that we are coming out does not comprise our self-spectacularization, we do not intend to give up our privacy to become (moderately) ,young’ fashionable novelists and talk show guests, which would be a very dishonourable end. If that ever happens we hope that other Blissetts will finish us off like wounded horses. Quite the contrary, our move is aimed at showing that we are a collective entity, not a single ,Author’. Behind Luther Blissett (and behind ,Q’ as well) there is no boss, no mysterious scholar, nor have we been the only Blissetts who contributed. It is the network the future of creative writing.“18

Die Herangehensweise von Wu-Ming zeichnet sich ebenfalls durch die Nutzung unterschiedlicher Medien aus. Allerdings konzentriert sich das Kollektiv verstärkt auf Narration, das heißt, sie sind weniger experimentell, erzählen Geschichten von Konflikten, thematisieren die namenslose Menge und soziale Kooperation. Auch der Bearbeitung anderer Texte wird viel Zeit gewidmet. Das Kollektiv richtet sich gegen Idealvorstellungen von einem Genie und gegen das Urheberrecht (ähnlich Open Source Software). Sie wollen zeigen, dass Schreiben grundsätzlich ein kollektiver Prozess ist, dass es sich stets um die Kombination verschiedener Ideen handelt und dass es demzufolge so etwas wie geistiges Eigentum gar nicht geben kann. Laut eigenen Angaben wollen die Mitglieder nicht berühmt werden, vermeiden es daher auch bewusst, in den Medien zu erscheinen. Ihre Namen werden jedoch nicht gänzlich geheim gehalten, um für die Leser ansprechbar zu sein. Wu-Ming betrachtet sich selbst als autonomes politisches Unternehmen. Dies zeigt sich vor allem darin, dass sie die eigene Kontrolle über den Produktionsprozess beibehalten wollen, um nicht in Abhängigkeit von Verlagen zu geraten.

7. Schlussüberlegungen

Zu klären bleibt, ob es man das Phänomen Luther Blissett überhaupt als Kunst bezeichnen kann. Zweifelsohne werden künstlerische Mittel angewendet, da in Künstlerkreisen eher eine Entwicklung unkonventioneller Aktionsformen möglich ist. Diese werden jedoch nach ihrer Brauchbarkeit für die Zwecke politischer Subversion beurteilt. Noch fragwürdiger ist die Zuordnung in den Bereich Netzkunst. Das Projekt nutzt schließlich ganz unterschiedliche Medien und, was noch wichtiger ist, es findet keine internetspezifische Entstehung oder Aufarbeitung der Texte statt. Typisch hingegen ist die Tatsache, dass kein Ausstellungsprodukt vorliegen muss. Das Ergebnis ist oftmals die Aktion selbst. Auch ist ein gewisser Stil unverkennbar. Es herrschen ungeschriebene Gesetze der Gemeinschaft, die von jedem Mitglied eingehalten werden. So wird beispielsweise kein intellektuelles Eigentum anerkannt. Kurz und gut: Die Methoden sind überwiegend innerhalb des Kunst-Kontextes entstanden, finden nun jedoch auch außerhalb des Kunstbegriffs Anwendung.

Die Skepsis der Akteure, in künstlerische Zusammenhänge gebracht zu werden, begründet sich sicher auch darauf, dass jede Aussage durch den Kunstraum abgeschwächt, jede Radikalität durch den Künstlermythos entschärft wird. Grenzüberschreitungen werden bald vom Kunstmarkt aufgesogen. Auch wird jedem einleuchten, dass KG-Aktionen vor einem eingeweihten Publikum nahezu unmöglich sind. Daher beruft sich die Gruppe selbst wohl in erster Linie dann auf Kunst, wenn sie dadurch der Kriminalisierung zu entgehen vermag. Nicht zu vergessen auch, dass das Wehren gegen die Einordnung in den Kunstbereich möglicherweise auch einfach zum Rollenspiel dazugehört. Auch ist interessant, dass die Machthabenden mit dem Phänomen Luther Blissett offenbar tatsächlich nicht umgehen können. Sie suchen beständig nach den dahinterstehenden Individuen, sind unfähig, einfach dieselben Strukturen zu nutzen.

Trotz dieses Erfolgs stellt sich die Frage, ob nicht auch die Methoden der Kommunikationsguerilla stellenweise schon wieder überholt sind.19 In letzter Zeit fand ein wahres Revival von Gegeninformation statt. Dies geht nicht zuletzt auf den Web-Hype der letzten Jahre zurück. So entstand eine neue Form von Öffentlichkeit. Ein Beispiel ist das Internetportal ‘Nadir’20 in Deutschland. Diese neue globale Bewegung greift Neoliberalismus und ökonomische Globalisierung an. Große Mengen von Demonstrierenden, neue Protestformen, und vielleicht auch der Netzhype haben Bewegung in die bürgerlichen Medien gebracht. So stellt sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, Taktiken der Kommunikationsguerilla bei den langsam entstehenden Massenveranstaltungen zu nutzen?

Im Zusammenhang mit der internationalen Anwendung der beschriebenen Methoden ist fraglich, ob so den eigenen Widerstandskulturen, die möglicherweise bereits bestehen, genügend Beachtung geschenkt wird. Wie kann man lokales Wissen so vermitteln, dass es von einem größeren, überregionalen und internationalen politischen Zusammenhang genutzt werden kann? Besteht nicht immer die Gefahr, dass die Kommunikationsattacken nur von denjenigen verstanden werden, die ohnehin schon derselben Meinung sind?

8. Quellen

Autonome a.f.r.i.k.a gruppe/Blissett, Luther/Brünzels, Sonja: Handbuch der Kommunikationsguerilla. Hamburg (Verlag Libertäre Assoziation, Verlag der Buchläden, Schwarze Risse und Rote Strasse) 1997
Benigno, Ashley: Luther Blissett is dead. 1999
http://www.heise.de/tp/english/inhalt/co/5276/1.html (zuletzt überprüft am 23.05.2010)
Blissett, Luther: alle Texte, http://www.lutherblissett.net
Heise and the truth about LB’s seppuku. 1999, http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199909/msg00090.html (Mondo Mitomane 1994-96) Notes on multiple name mythopoesis as the cutting edge of psychogeography. 1997, (zuletzt überprüft am 23.05.2010)
The Luther Blissett Manifesto, http://altx.com/manifestos/blisset.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Blissett, Luther und 0100101110101101.org: The Great Art Swindle. 2000,
Bui, Roberto: Kommunikationsguerilla im Zeitalter der neuen globalen sozialen Bewegungen. Interview mit der autonomen a.f.r.i.k.a.-gruppe, Sonja Brünzels und Luther Blissett, http://www.copyriot.com/unefarce/no5/interview.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Caronia, Antonio: From Multiple Names to Wu Ming. 2001, Collaci, Marina: Alle Wege führen nach Rom. Luther Blissett. Ein Kulturterrorist geht um in Europa. In: taz Nr. 6061 vom 07.02.2000, S. 14, In: http://www.wumingfoundation.com/italiano/rassegna/taz.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Cramer, Florian: An Evening with Florian Cramer Re-edited. 2001, http://www.wumingfoundation.com/english/giap/giapdigest7.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Anti-Copyright in künstlerischen Subkulturen. 2000, Lustarbeiter. Review of ‘Handbuch de Kommunikationsguerilla’. 1997,
Home, Stewart (Hrsg.): Mind Invaders. Serpent’s Tail, London 1997
Jahrmann, Margarete: Cut Copy Paste. Net_art und Hybrid Media Selektion. Das Internet als Handbuch der politischen Kommunikationsguerilla.
Ist Luther Blissett ein Prophet der Mythopoieia? http://www.contrast.org/KG/rezjahr.htm (zuletzt überprüft am 23.05.2010)
Kommunikationsguerilla: Handbuch, Tortenwerfen, Multiple Names und Con-dividuality.
Kimali, Twokmi: ‘Wer hat Luther Blissett gesehen?’: Farce in vier Aufzügen.
Kommunikationsguerilla: Über Kommunikationsguerilla.
http://www.contrast.org/KG/ueber.htm (zuletzt überprüft am 13.06.01)
Nadir: Kohl-Fake: Sonja Brünzels/Luther Blissett übernehmen politische Verantwortung. Luther Blissett & Sonja Bruenzels entern am 2. August den Wolfgangsee. 1998, http://www.nadir.comlink.de/nadir/aktuell/1998/07/msg00026.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
O.V.: Lug und Trug als Mittel künstlerischer Medienkritik: Ein neues Handbuch animiert ‘Kommunikationsguerrilleros’ zur Nachrichtenverfälschung.
Schulzki-Haddouti, Christiane: Der Trend zur Anarchie im Internet. 2001, http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7733/1.html (zuletzt überprüft am 23.05.2010)
Van der Buchholz, Helmut: Anmerkung zu Sonja Brünzels und Luther Blissett. Über Kunstguerilla, Kommunikationsguerilla oder was. http://www.copyriot.com/unefarce/no5/kundk.html (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Wumingfoundation: http://www.wumingfoundation.com (zuletzt überprüft am 23.05.201)
Anmerkungen
1) Eurispes zit. in http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199902/msg00102.html
2) http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199902/msg00102.html
3) Ein Beispiel ist „Baked Beans“, weitere findet man unter http://artists3.iuma.com/IUMA/Bands/Luther_Blissett_Project
4) autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe, Luther Blissett, Sonja Brünzels (1997): Handbuch der Kommunikationsguerilla – wie helfe ich mir selbst, Hamburg und Berlin 1997, S.5
5) Meyers großes Taschenlexikon, Bd. 21, 1998
6) Vgl. http://www.thing.de/projekte/7:9%23/tent_index.html#TOC
7) Vgl. http://www.thing.de/projekte/7:9%23/cantsin_index.html
8) Vgl. http://www.thing.de/projekte/7:9%23/eliot_index.html
9) Vgl.http://www.thing.de/projekte/7:9%23/smile_index.html
10) http://lists.village.virginia.edu/listservs/spoons/invisible-college.archive/current
11) Ebd.
12) Vgl. http://www.lutherblissett.net/archive_en/033_en.html
13) Vgl.: http://www.lutherblissett.net/archive_en/076_en.html
14) Vgl.: http://www.contrast.org/KG/spierez.htm
15) http://www.nettime.org/nettime.w3archive/ 199908/msg000058.html
16) Ebd.
17) Ebd.
18) http://www.wumingfoundation.com
19) Vgl.: http://www.copyriot.com/unefarce/no5/interview.html
20) http://www.nadir.org/nadir
Susann Oertel, geboren 1979 in Zwickau, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, diverse Praktika und freie Mitarbeit u.a. bei der ‚Frankfurter Rundschau‘, dem ‚Hessischen Rundfunk‘ und den Musikmagazinen ‚Deftone‘ und ‚Bodystyler‘, seit 2008 Redakteurin bei der ‚Freien Presse‘.