Gespräche mit Künstlern , 2010

Wade Guyton:

Ich glaube, dass meine Malerei eine Menge der DNA des 20. Jahrhunderts in sich trägt.

Ich mag das.

Ein Gespräch von Georg Imdahl

Wade Guyton, geboren 1972 in Hammond, Indiana, lebt in New York. Die Geschichte der spätmodernistischen Abstraktion hat er in den vergangenen Jahren um ein ungewöhnliches Kapitel bereichert: Guyton malt mit einem handelsüblichen Drucker, den er mit langen Bahnen grundierter Leinwand füttert. Der Printer druckt einfache Schwarz-Weiß-Blöcke und -Formationen aus, mit denen Guyton implizit formalästhetische Prinzipien des 20. Jahrhundert wie die Monochromie und die Serialität in sein Werk aufnehmen kann. Inzwischen bespielt er damit auch große Räume wie im zurückliegenden Sommer bei einer Einzelausstellung einen Saal im Kölner Museum Ludwig. Mit der Zweckentfremdung des Druckers unterläuft Guyton die Autorschaft des Malers, dank der unvorhersehbaren Unregelmäßigkeiten des Apparats und dessen Schwierigkeiten mit dem Material erzielt er gleichwohl malerische Nuancen, die den Zufall als wesentliche Komponente seiner Malerei ins Spiel bringen.

Wade Guyton studierte in den späten 1990er Jahren bei dem Bildhauer Robert Morris am Hunter College in New York. 2009 nahm er an der Ausstellung „Fare Mondi“ bei der 53. Biennale in Venedig (mit Kelley Walker) teil sowie 2008 an der Turin-Triennale „50 Moons of Saturn“, 2007 an der Lyon-Biennale und 2004 an der Ausstellung „Formalismus. Moderne Kunst, heute“ im Kunstverein in Hamburg. 2002 wurde er zu der Ausstellung „Building Structures“ im P.S.1 in New York eingeladen. Einzelausstellungen widmeten ihm 2010 das Museum Ludwig in Köln, 2009 das Museum Dhondt-Dhaenens in Deurle und 2008 der Portikus in Frankfurt.

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Georg Imdahl: Mr. Guyton,…

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