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Ausstellungen: Münster · von Claudia Posca · S. 338 - 341
Ausstellungen: Münster , 2011

Claudia Posca
Angus Fairhurst

»Einige Unterschiede zwischen Denken und Fühlen«
Westfälischer Kunstverein Münster, 11.6. – 4.9.2011

Jeder kennt es, jeder weiß es, tagtäglich geht man damit um – und sei`s auch nur irgendwie – mit Situationen, mit Dingen, die nicht so sind, wie sie sein könnten oder sein sollten, was das Dilemma aber umso prekärer macht im ebenso beflügelnden wie deprimierenden Loop seiner alltäglich wiederkehrenden Reaktualisierungen: „Things that don`t work properly/Things that never stops“ hat der britische Multi-Media-Künstler Angus Fairhurst 1998 das vertraut Beckettsche Treiben des Absurden menschlicher Existenz genannt. Jetzt ist es zu sehen – eigenwillig und paradigmatisch und zeichenhaft verdichtet – in der famosen Münsteraner Kunstvereinsausstellung (die auf eine Produktion des Zentrums für zeitgenössische Kunst Arnolfini in Bristol zurückgeht und organisiert wurde in Zusammenarbeit mit Sadies Coles HQ und dem Estate of Angus Fairhurst sowie in Kooperation mit dem LWL-Landesmuseum Münster) auf vier Monitoren vor dem Hintergrund einer Farbquadriga von Rot, Gelb, Blau und Grün als comicartige, mit Frequenzverschiebung und Bildüberblendung experimentierenden Animation abstrahierter Zeichnungen fragmentierter Körper, die zueinander streben, es aber nicht miteinander können. Und weil all dies zudem mit der Angus Fairhurst zutiefst eigenen, verhaltenen Ironie gewürzt ist, brennt sich das Ganze nachhaltig wirksam als filmische Bilderzählung vom Sisyphoscharakter des Lebens zwischen Hoffnung und Frust, zwischen Sosein und Anderssein, zwischen Fast und Beinahe und schlussendlich dann doch nicht und also als Herausforderung und Scheitern ins Hirn. Am Ende hat der 1966 in der englischen Grafschaft Kent in Pembury geborene Brite, hierzulande weit weniger bekannt als im englischsprachigen Raum,…



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