Titel: Art & Pop & Crossover · von Matthias Michel · S. 114
Titel: Art & Pop & Crossover , 1996

Matthias Michel

Anmerkungen zu »POP«

Vieles auf der Welt, um es mit den Worten der „Camp“-Autorin Susan Sontag zu sagen, hat einen Namen erhalten und vieles ist, selbst wenn man ihm einen Namen gegeben hat, nie beschrieben worden. Dazu gehört jene Erlebnisweise, die – unverkennbar eine Variante des Intellektualismus, doch kaum identisch mit ihm – unter dem Kultbegriff „Pop“ bekannt ist. Will man eine Erlebnisweise in Worte einfangen, so muß man – zumal wenn sie lebendig und mächtig ist wie Pop – tastend und beweglich zu Werke gehen. Für den Text des jungen Zürcher Pop-Denkers Matthias Michel, bei dem es sich um ein Konzentrat und zugleich um ein Fragment über Pop handelt, wurde die Form kurzer Anmerkungen gewählt, was angemessener erscheint als die des Essays (mit ihrer Forderung nach linearer, konsekutiver Argumentation), weil es darum geht, etwas von dieser besonderen, flüchtigen, plurifunktionalen und heterologischen Erlebnisweise des Pop festzuhalten. Es wäre peinlich, sich feierlich und in der Form der wissenschaftlichen Abhandlung über Pop zu äußern.

Der Text von Michel zeichnet den Entwicklungsgang des Pop nach, ohne jedoch Vollständigkeit oder auch nur eine repräsentative Synthetisierung der längst unüberschaubar gewordenen Stoffülle anzustreben. Statt dessen werden einige wenige Koordinaten ausgewählt (Kontinuität, Infinität und Simultaneität) und extrapolierend aufeinander bezogen. Angereichert wird dieser von Viren durchsetzte Pop-Diskurs mit „fiktiven“ Geschichten, welche die Leser in das weite Feld des Projekts „POP“ entführen, das eine internationale Synthese in der Vierten Dimension anstrebt. Plötzlich realisiert man jedoch, daß die Fiktionen eigentlich Fakten sind. Doch auch hier aufgepaßt, denn Matthias Michel interessieren nicht…

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