Titel: Art & Pop & Crossover · von Mike Kelley · S. 242
Titel: Art & Pop & Crossover , 1996

Jutta Koether

»100 % Malerei« oder wie aus Musik Malerei wird und umgekehrt

Ein Gespräch von Mike Kelley

»Machmal muß man auch heraustreten und etwas klarstellen, weil die Leute dem Gemalten zu viele Widerstände entgegensetzen. Dann gehe ich also nach außen und arbeite mit anderen Methoden, aber das bestätigt nur wieder: Wenn es so einfach ist, nach außen zu gehen und das Offenkundige zu konstatieren, was hat es dann mit dem Gemalten auf sich?«
Jutta Koether

Mike Kelley: Ich habe darüber nachgedacht, daß Künstler unserer und besonders der noch ein wenig jüngeren Generation sich mit Fragen der Adoleszenz und der Jugendkultur befassen. Überall werden Begriffe wie Adoleszenz und Jugendkultur diskutiert, obwohl diese Konzepte durchaus nicht klar sind. Irgendwie kann man mit diesen Kategorien alles abdecken. Ich glaube, bei den etwas jüngeren Künstlern ist das jetzt erlaubt.

Jutta Koether: Wir können jetzt also mit diesen Begriffen arbeiten?

Popularisierung der Jugend- und Pop-Kultur

Natürlich. Schließlich sind wir damit aufgewachsen – mit diesem heute noch gültigen Konzept von Ästhetik. Ich behaupte sogar, daß Leute unseres Alters dazu eine etwas problematischere Einstellung haben. Seit ich darüber nachdenke, habe ich mich mit Angehörigen verschiedener Generationen unterhalten. Ich habe mit Larry Clark und Bernice Rose gesprochen. Was die Attraktivität der Jugend anbelangt, vertritt sie natürlich einen irgendwie mit der Idee des Pastoralen oder der „Freizone“ verbundenen modernistischen Standpunkt. Für Larry Clark dagegen waren die Jugend und speziell die Adoleszenz eine höllische Zeit. Trotzdem ist er auf diese Zeit fixiert, weil in jener Phase so etwas wie eine Normalisierung einsetzt.

Diese Übergangszeit ist irgendwie seltsam. Man…

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