Biennalen: Kiel · von Jens Rönnau · S. 345
Biennalen: Kiel , 2000

Jens Rönnau

»Can You Hear Me?«

2. Ars Baltica Triennale der Photokunst
19 Positionen aus den Anrainerstaaten der Ostseeregion

Stadtgalerie Kiel, 3.11. – 12.12.1999,
Kunsthalle Rostock, 6.2. – 2.4.2000
sowie Bergen, Dresden, Gdansk, Helsinki, Odense, Vilnius, Stockholm

Die Fotokunst erlebt seit einigen Jahren einen Boom. Nach dem Video haben viele Künstler die Fotografie als stilleres Medium neu entdeckt. Eine Konsequenz daraus sind große Ausstellungsprojekte, die sich nur der Fotografie widmen, wobei die Grenzen zwischen stehenden (Foto) und laufenden Bildern (Video/Film) oft fließend sind. Den speziellen Entwicklungen im Ostseeraum widmet sich die Ars Baltica Triennale der Fotokunst, die nunmehr zum zweiten Mal einen internationalen Querschnitt der jungen nordeuropäischen Avantgarde präsentiert. In Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Kultusministerium und mit Hilfe weiterer Sponsoren hat die Berliner Kuratorin Kathrin Becker 19 Positionen aus zehn Nationen zusammengetragen. Die Schau ist Auftakt einer internationalen Tournee und zugleich die letzte Ausstellung der Stadtgalerie in ihren großzügigen Räumen im Sophienhof, bevor dieser Ort in ein Kaufhaus umgewandelt wird.

„Can You Hear Me?“ ist die Schau überschrieben, als ob Fotos akustische Laute von sich gäben. Natürlich ist jene internationale Sprache der Bilder gemeint, die ohne Verbalbarrieren auskommt. Doch in zweifacher Weise werden auch andere Möglichkeiten dafür aufgezeigt. Zum einen schließt das stille Bild natürlich jene Laute ein, in der es per Fotoklick eingefroren wurde: Da pisst ein junger Mann mit Irokesenschnitt auf einen Polsterstuhl – ein riesiger inkjet print des in London lebenden Deutschen Wolfgang Tillmanns, hoch an der größten Ausstellungswand der Galerie gehängt und im Kontrast zu einem ganz still wirkenden Bild: einem…

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