Ausstellungen: Turin · von Renate Puvogel · S. 369
Ausstellungen: Turin , 2007

Renate Puvogel

Carlo Mollino

»arabesques«

GAM – Galleria Civica d’Arte Moderna e Contemporanea di Torino, 20.9.2006 – 7.1.2007, Castello di Rivoli – Museo d’Arte Contemporanea, 20.9.2006 – 7.1.2007, Archivio di Stato, 13.10.2006 – 7.1.2007

Besonders aufschlussreich für das Verständnis des Werkes von Carlo Mollino sind seine bravourös skizzierten und gezeichneten Entwürfe. Aus ihnen spricht der von Vorgaben und Ismen gänzlich unabhängig vagabundierende Geist dieses so verrückten wie genialen Multitalents: Mollino war Architekt, Designer, Innenraumgestalter, Fotograf, Autor von Architekturführern und Skianleitungen und er konstruierte Rennautos und Flugzeuge, die er auch selbst steuerte. Es überrascht, wie deutlich sich bereits in den knappen Notaten und detailgenauen Ausführungen per Bleistift das Charakteristische des angepeilten Projekts erkennen lässt, es zeigt aber auch, dass die Phantasie zuweilen das Machbare übersteigt. In den Fotografien allerdings kommt Beides, Illusion und Wirklichkeit, gleichermaßen zur Entfaltung. Das Castello di Rivoli räumt den rund 400 Fotos ein ganzes Stockwerk ein, sie lassen sich grob in fünf Bereiche gliedern: Fotomontagen von Architekturen, die surreale Periode 1936-1942 mit Interieurs und Porträts, Sportfotografie um 1950, Fotos der 60er Jahre und schließlich Polaroids bis zu Mollinos Tod im Jahre 1973. Einerseits handelt es sich bei den um 1940 entstandenen Fotos um signierte, genuine Kunstwerke handelt, andererseits sind sie wie alle anderen als Dokumente und zur Werkinterpretation sämtlicher Schaffensbereiche unentbehrlich; in ihnen laufen gewissermaßen die Fäden, sich teilweise überlagernd, zusammen.

Carlo Mollino gilt als großer Sohn Turins. Geboren 1905 und nach Diplomabschluss des Architekturstudiums trat er 1931 in das Büro seines Vaters Emilio ein, der als Architekt in Turin ein beachtliches…

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