Titel: Künstlerpaare , 1990

Chiarenza/Hauser

Das Künstlerpaar Marie-Antoinette Chiarenza (geb. 1957 in Tunis) und Daniel Hauser (geb. 1959 in Bern) mit Wohnsitz in Biel (Schweiz) arbeitet seit 1983 zusammen. Beide geben bereits seit Jahren keine Auskunft mehr über ihr individuelles Werk vor Beginn der gemeinsamen Arbeit. Hinsichtlich einer Analyse der künstlerischen Temperamente beider kann daher nur spekuliert werden. Zugleich drückt sich in diesem Verhalten auch der Wunsch aus, die privaten Beziehungen nicht im Sinne etwa der sechziger Jahre zu sehr mit der künstlerischen Arbeit zu vermengen. Das Private spielt hier nur insoweit eine Rolle, als es einer Beschäftigung mit allgemeinen Problematiken dienlich ist. Und da diese nicht selten im Dickicht der Bedeutungsebenen verharren und sich hartnäckig der vordergründig heroischen Geste etwa der Zerstörung des gordischen Knotens widersetzen, sind die gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Leben des Künstlerpaares vielleicht eine wichtige Voraussetzung, die eine substantielle Kunst in der Uneindeutigkeit überhaupt erst ermöglicht.

»Das Gesicht des No-Schauspielers ist nicht gemalt, es ist geschrieben…Diese Schrift schreibt nichts (oder sie schreibt: nichts); nicht allein gibt sie sich für keinen Sinne her, sie kopiert auch keinen Charakter…In dem Maße, wie diese Zeichen extrem sind, weil sie…intellektuellen Charakter haben, reinigen sie den Körper von aller Expressivität: man kann sagen: sie verzehren den Sinn, insofern sie Zeichen sind.« (R. Barthes, Im Reich der Zeichen, Fft./M. 1981, S.122-126)

Eine der jüngeren Installationen von Chiarenza/Hauser trägt den Titel „Neue Tendenzen im bilateralen Gespräch“ (1988). Ihr Aufbau wird gekennzeichnet durch Objekt-Paare gleichen Typs: zwei hochkant stehende leere Waschtröge sind so aufgestellt, daß sie sich halb gegenüberstehen, halb…

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