Titel: Künstlerpaare · S. 184
Titel: Künstlerpaare , 1990

Minkoff & Olesen

Gérald Minkoff (geb. 1937) und Muriel Olesen (geb. 1948) arbeiten seit 1967 zusammen. Sie gelten in der Schweiz als Pioniere der Videokunst. Sie wählten Video früh als zentrales Thema ihrer künstlerischen Arbeit, und sie suchten stets nach neuen Formen des Umgangs mit diesem Medium. (Es darf allgemein festgestellt werden, daß Künstler der Westschweiz, dem französischsprechenden Landesteil, sich früher und intensiver mit diesem neuen Medium beschäftigen als Deutschschweizer – vgl. das Porträt über Silvie & Chérif Defraoui in diesem Band). Minkoff & Olesen reagierten vor allem auf die Möglichkeit der simultanen Bildproduktion und -wiedergabe. Deshalb umfaßt ihr Werk heute u.a. eine riesige Zahl von Videokamera-Installationen.

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Dieses Ouvre an Videokamera-Installationen gliedert sich in Gemeinschaftsarbeiten und in solche, für die entweder Minkoff oder Olesen als Autor zeichnen. Das Argument für die häufige Deklaration eines Werkes zur Gemeinschaftsarbeit ergibt sich aus dem Alltag der Arbeit, aus dem heraus ein Werk sich in permanenter gemeinschaftlicher Diskussion entwickelt. Dies trifft auch für die praktische Ausführung zu, die aus Beiträgen beider besteht. Die unterschiedliche Begegnung mit Inhalten kann aber ebenso dazu führen, daß einer der Partner zu einer Aussage und entsprechender Ausführung eines Werkes kommt, die bei aller grundsätzlichen, aus der Praxis entwickelten Übereinstimmung des Empfindens nur für Gérald Minkoff oder Muriel Olesen authentisch ist. So zeigt ihre Aktivität Einzelausstellungen und -beteiligungen, die gemeinsam erfolgen, und solche von Minkoff oder Olesen.

Wenn Minkoff – Olesen ihre Werke beschreiben, nennen sie die angewendeten technischen Mittel und die übrigen in die Arbeit integrierten Medien und Gegenstände. Aber sie verstehen…

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