Titel: Künstlerpaare · S. 164
Titel: Künstlerpaare , 1990

Irmel & Felix Droese

Der Fall techne“, eine Gemeinschaftsarbeit – das griechische Wort „techne“ verweist auf den gemeinsamen Ursprung von Kunst und Technik. Dieser ist heute, da das Verhältnis von Kunst und Naturwissenschaften eher von grosser Gegensätzlichkeit geprägt ist, kaum noch vorstellbar. Der Anlass für dieses Gemeinschaftsprojekt techne waren 1980 die ersten Veröffentlichungen in der Presse von dem bedrohlichen Ozonloch in der Atmosphäre, das längerfristige Klimaveränderungen mit sich bringen wird, die in ihren Auswirkungen gar nicht zu ermessen sind. Dass das nicht immer so war, unsere heutige Situation aber als veränderungsbedürftig erkannt werden muss, daran erinnern die Künstler mit dem alten Begriff techne, der vor langer Zeit die heutigen Gegensätze Kunst und Technik in sich selbst vereinte. Der Begriff techne verweist auf die verlorene Synthese von Natur und Geisteswissenschaften.

„Der Fall techne“ ist die Gemeinschaftsarbeit eines Künstlerehepaares. Felix Droese (geb. 1950 in Lingen) ist ein etablierter Künstler. Irmel Droese (geb. 1943 in Landsberg/Warthe) ist bisher regional bekannt. Seit der Zeit ihres gemeinsamen Studiums in Düsseldorf ist das Puppenspiel ein Arbeitsschwerpunkt der Künstlerin. Mittlerweile findet das Zusammenleben der beiden in gemeinsamen Projekten einen Ausdruck. Betrachten wir die Situation: Zwei Künstler mit zwei verschiedenen Gedankenstrukturen treffen aufeinander.

Dem Betrachter bietet sich eine merkwürdige Ansammlung von Werkstücken aus verschiedenen Arbeitsbereichen, die im Verlauf der Jahre 1980-87 entstanden sind. Die Werkstücke, miteinander in Beziehung gesetzt, geben einem Anliegen Ausdruck, dem sich beide Künstler gleichermassen verpflichtet fühlen. Heute, in einer Zeit, die von einem sich verselbständigenden Rationalitäts- und Fortschrittsdenken in Wissenschaft und Technik bestimmt wird, kann sich auch…

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