Ausstellungen: Braunschweig · von Ronald Berg · S. 310
Ausstellungen: Braunschweig , 2004

RONALD BERG

codeZone

Digitale Arbeiten von Andreas Müller-Pohle

Museum für Photographie, Braunschweig, 19.10. – 23.11.2003

Noch im selben Jahr als das Mars-Mobil „Sojourner“ 1997 bei seinen Fahrten über den roten Planeten Live-Bilder zur Erde funkte, die im Internet abrufbar waren, unternahm Andreas Müller-Pohle seine Mission nach Marsdorf. Mit seinem dem Sojourner nachempfundenen Mars-Mobil gelangen ihm Bilder, die denen der NASA in etwa gleichkamen. Viel mehr als Geröll, Sand und bizarre tektonische Platten waren auf den von lauter Funkstörungen verschlechterten Digitalbildern kaum zu sehen. Die unbewohnte Oberfläche von Marsdorf auf den Bildern wurde gerade im Museum für Photographie in Braunschweig in einer Retrospektive des Digitalkünstlers und Herausgebers der Zeitschrift „European Photography“ gezeigt.

Eigentlich verrät Müller-Pohles Sojourner II“-Serie nur mit einem einziges Bild, dass Marsdorf sich nicht auf dem Mars befindet, sondern in der Nähe von Dresden liegt, und offenbar ein genauso durchschnittliches Kaff ist wie irgendein anderer Standort der ehemaligen Sowjettruppen. Nach deren Abzug blieb eine Wüstenei ähnlich leblos wie auf dem Mars. Doch geht es Müller-Pohle weniger um die schlimmen ökologischen Folgen von Militärbrachen, sondern um den Code der Bilder. Denn wenn die digital gefunkten Bilder, die Müller-Pohle aus Marsdorf mitbrachte, so aussehen wie diejenigen von der „Pathfinder“-Marsmission der NASA, dann könnte ebenso gut das Umgekehrte gelten: Der Mars könnte auf der Erde stattgefunden haben. Kein Wunder, dass es genau solche Theorie im Internet zu finden gibt. Letztlich ist an den Bildern nämlich überhaupt nicht auszumachen, wo sie entstanden sind. Mehr noch: Da die Mars-Bilder der NASA – im Gegensatz zu denen von den Mondastronauten…

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