Titel: Kunst und Spiel I · von Günther Selichar · S. 141
Titel: Kunst und Spiel I , 2005

Günther Selichar

Der goldene Schuß

Vom Wissensstreit zum Preisausschreiben – Interaktive Spielformen in medialen Systemen

Nachdem Spielen für viele Menschen eine leidenschaftliche Angelegenheit ist, haben sich Spielformen aller Art auch im massenmedialen Raum verbreitet. Zusammen mit Sportereignissen gehören Spiele zu den am meisten beachteten und damit auch profitabelsten Phänomenen der Medienlandschaft, wo durch massenhafte Teilnahme und Möglichkeiten der Eurovision etwa kollektive Identität gebildet wird. Die spezifische Welt der Computergames und damit verwandter spezieller Communities möchte ich hier ausklammern, vielmehr interessieren mich Spiele- und Rätselseiten der Tageszeitungen und Magazine, sowie Quiz- und Gameshows des Fernsehens bis hin zu Preisausschreiben, die alle auf Konzepten von Interaktivität beruhen.

Nachdem die Entwicklung der Medienlandschaft und die frühe Kommerzialisierung derselben in den USA Vorbildwirkung hatte – in der BRD und Österreich insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg , möchte ich zunächst meinen Blick dorthin lenken. Zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden Quiz und Puzzle, später auch in Bildform, regelmäßiger Teil der Tageszeitungen. 1913 begann das Kreuzworträtsel seinen Siegeszug und als Simon & Schuster das erste Kreuzworträtselbuch 1924 veröffentlichte, das bis heute in seiner 236. Version vorliegt, wurde es zum längsten Publikationserfolg der USA. Mit Aufkommen des Radios und auch der Radiowerbung in den 20er Jahren wurden Rate- und Wettbewerbsspiele übernommen und die damit verbundenen Preise wurden zu wichtigeren Faktoren, als der bisher im Zentrum stehende Aufmerksamkeitsgewinn. „Dr. I.Q.“. „Information Please“ oder „Quiz Kids“ belohnten SiegerInnen noch mit „war bonds“ oder tragbaren Radiogeräten. Die TV-Sender setzten in den 40er Jahren verstärkt auf derlei Programmierung und zu einem echten Quotenhit entwickelten sich…

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