Titel: Malerei , 2005

Heinz-Norbert Jocks

Arno Rink

Bildermachen ist Kampf

H.-N.J.: Ist Ihnen der Wind, der um die sogenannte Neue Leipziger Schule gemacht wird, inzwischen nicht zu viel?

A.R.: Gestern hatte ich mal aufgrund diverser Ereignisse Lust, in den Interviews, die ich noch zu geben habe, den Tod der Leipziger Schule auszurufen. Schließlich fing ich mich wieder und dachte, das sei vielleicht doch zu heftig. Aber ich bemerke das Wachsen eines bis zu einem gewissen Grad definierbaren Unbehagens. Es erübrigt sich zu sagen, dass ich mich über den Erfolg und auch darüber freue, dass jene Unrecht behielten, die den Tod der Malerei verkündeten. Auch bin ich froh darüber, dass qualitätsvolle Malerei wieder zur Kenntnis genommen wird. Endlich ist da eine nicht nur oberflächlich spektakuläre Aufmerksamkeit, sondern eine mit Tiefgang. Darauf bin ich stolz. Aber sie wird von diversen Dingen unterlaufen, die mir persönlich auf die Nerven gehen. So wird man vorwiegend als Lehrer, denn als Maler wahrgenommen, der Grund dafür ist wohl ein politischer, der mit der Wendezeit zu tun hat. Erst neulich las ich, dass es immer noch Hausverbot für DDR-Kunst in westdeutschen Museen gibt. Das ist für mich ein Skandal. Da fragt man sich, warum man eingegliedert wurde, wo man doch gleichzeitig gettoisiert wird. Was soll der Zirkus? Natürlich weiß ich, dass alles seine Zeit braucht. Für mich ist auch die nicht von der Hand zu weisende Tatsache bedrückend, dass diese neue Art einer extremkapitalistischen Kunstmarktpolitik die Leipziger Szene verkleinert. Es wird übersehen, dass die Kunstszene viel umfassender, spannender und bunter ist, als der auf…

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von Heinz-Norbert Jocks

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