Titel: Kunst und Spiel I · von Mathias Fuchs · S. 36
Titel: Kunst und Spiel I , 2005

Kunst und Spiel I

Herausgegeben von Dieter Buchhart und Mathias Fuchs

Nicht zufällig fallen Ende der 1990er Jahre die ersten „Game Art“ Ausstellungen mit der rasanten Entwicklung und der zunehmenden Verfügbarkeit von Computertechnologien und Internet zusammen. Die im Zuge von Ausstellungen wie „RE:PLAY“ (1999) im Barbican Centre in London oder „Synreal“ und „Synworld“ (1999) in Wien geführten Diskussionen markieren, dass Computerspiele für künstlerische Produktionen im Begriff waren, von großer Bedeutung zu werden. Zahlreiche Spielmodifikationen, Internetspiele, Multi-User-Spiele, Ego-Shooter und Spiele für Mobiltelefone folgten und wurden in einer Reihe von Ausstellungen wie „SHIFT-CTRL“ (2000) in Irvine in Kalifornien und „Games von KünstlerInnen“ (2003) in Dortmund thematisiert und vorgestellt. Dieser Trend findet in geplanten umfangreichen Präsentationen im Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz oder im Ludwig Forum in Aachen seine konsequente Fortsetzung. Die Spanne der künstlerischen Auseinandersetzungen wie auch deren Präsentationen reichen von Banalität über sensationsheischenden Opportunismus bis hin zu ernsthaften Thematisierungen. Oft wird dabei übersehen, dass die künstlerische Beschäftigung mit Spielen nicht mit dem digitalen Zeitalter begann. Grundlage einer über die Gestaltung von klassischen Spielen wie Schach hinausgehende Auseinandersetzung bot die in der historischen Avantgarde beginnende Partizipation der BetrachterInnen. KünstlerInnen wie Yoko Ono und Öyvind Fahlström erweiterten, basierend auf Marcel Duchamps Ready-mades, Umberto Ecos Verständnis des offenen Kunstwerkes und John Cages Einführung des Zufalls, mit ihrer Beschäftigung mit Partizipation, Spielen und Spielregeln, den Kunstbegriff hin zum Spiel.

In dem vorliegenden Themenband haben wir unterschiedliche Positionen zu Kunst und Spiel versammelt, wobei wir allerdings den Aspekt des sportlichen Wettkampfs ausklammerten, da dieser bereits in den Bänden 169 und…

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