Biennalen: Printemps de Septembre Toulouse · von Fabian Stech · S. 380
Biennalen: Printemps de Septembre Toulouse , 2005

FABIAN STECH

Der Printemps de Septembre in Toulouse

Ecole des Beaux Arts, Les Jacobins, Espace Ecureuil, Espace EDF, Les Abattoirs, Maison éclusière, Château d’eau

24.9. – 17.10.2004

Vor vier Jahren zog das Foto- und Videofestival aus Cahors unter schlechten Vorzeichen nach Toulouse um. Die Eröffnung wäre durch eine der größten Industriekatastrophen Europas, die Explosion der Chemiefabrik AZF, fast verhindert worden. Auch wenn die Risse in den Fassaden mittlerweile übertüncht wurden, leidet Toulouse noch heute unter den Folgen der Katastrophe, unter dem Verlust von Arbeitsplätzen, den ausstehenden Entschädigungen und immer wieder aufgeworfenen Fragen zur Ursache des Unglücks.

Die erste Edition des Festivals war von Val Williams kuratiert worden. In den beiden darauf folgenden Jahren hatte die Spanierin Marta Gili die Leitung übernommen. In der Tradition von Cahors war das Festival offen für alle Kunstformen, doch bildeten Fotografie und Video den Fixpunkt der Auswahl. Dieses Jahr wurde der aus Toulouse stammende Künstler und Fotograf Jean-Marc Bustamante für drei Jahre zum künstlerischen Leiter des Printemps de Septembre ernannt. Bustamante hat Frankreich auf der letzten Biennale in Venedig vertreten und der Versuch das Lokalkolorit der „Ville rose“ mit Internationalität zu verquicken, scheint für seine Wahl ausschlaggebend gewesen zu sein. Die Fotografie als technisches Bild dient Bustamante und seinem Ausstellungskommissar Pascal Pique ausschließlich als Metapher, von der aus es unter dem Titel „In Extremis“ den ganzen Kunstkontext zu ergründen gilt. Bustamante konstatiert, dass alle vorgestellten Künstler sich außerhalb der Norm bewegen und der Verlust der Hierarchien und Kategorien wesentlich zu ihrer Kunst gehöre. Die Ausstellung gibt dabei die Bewegung zwischen…

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