Titel: Grosse Gefühle , 1994

HORST PREHN

Der Rückgekoppelte Blick

Vom Ästhetischen Reflex zum Ästhetischen Bewusstsein

Ein Simulierter Dialog

A. Der rückgekoppelte Blick

dA: Bevor wir nun den künstlichen-rückgekoppelten Blick simulieren, laßt uns zunächst nach den natürlichen Vor-Bildern des lebendigen Organismus Aus-schau halten und nach dem Sinn und der Bedeutung, also nach dem Sinn der Sinne, aus der Sicht des rückgekoppelten Blicks fragen, um dann durch Kunst und Wissenschaft die Mimesis der Regeln zu versuchen. Suchen wir also nach den dynamischen Repliken des Lebendigen!

dE: Laßt uns somit nach einem theoretischen Dübel fahnden, an dem unser Weltbild hängt. und danach schauen, auf welche Weise die Wirklichkeit durch Bilder abgeschirmt ist.

dA: Damit stellt sich die Frage nach den unterschiedlichen Blickvarianten und dem Blick-Verhalten unserer unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung – also nach den physischen Determinanten und den phänomenalen Determinanten unserer Wahrnehmung oder Wahr-Werdung und Bewußt-Werdung.

dE: Mit unserem orthodoxen Blick lenken wir unsere Aufmerksamkeit je nach unserem Konzept oder Modell auf ganz unterschiedliche Realitäten. Unter dem phänomenologischen Blick erscheinen uns die Strukturen, Elemente und Bausteine als morphologische Zusammenhänge.

dA: Mit dem funktionalen Blick sehen wir mit dem analytischen und abstrakten Auge, auf welche Weise die Form die Funktion trägt. Und mit dem theoretischen Blick sehen wir die Funktionen aus der jeweiligen Sicht unserer Theorie.

dE: Mit dem semiotischen Blick, dem dialogischen Blick, erfahren wir und senden wir sprachliche und kontextuelle Formen und ihre Bedeutungen. Wir müssen deuten, was ein beredter Blick uns verrät, und auch, was er uns verschweigt. Mit dem poetischen und ästhetischen Blick versuchen wir auf orthodoxe Weise, die Welt und ihre Erscheinungen auf…

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