Titel: Grosse Gefühle · von Thomas Christaller · S. 206
Titel: Grosse Gefühle , 1994

Thomas Christaller

Einige grundsätzliche Überlegungen, warum Künstliche Intelligenz etwas mit natürlicher Intelligenz zu tun hat

KI hat für mich nicht den Zweck, Menschen zu simulieren. Für mich geht es in der KI um die beiden Richtungen, also ob man Phänomene, die wir an uns selbst beobachten können, besser mit Computersystemen als ohne erklären kann, und darum, Computersysteme zu bauen, die eine andere Funktionalität besitzen als jene, die wir normalerweise gewohnt sind.

Ich selbst habe mich vor allem mit sogenannten Systemarchitekturen beschäftigt. Darunter versteht man innerhalb der Computerwissenschaft den Bereich, wie man Hardware- und Softwaresysteme so integriert, daß man eine zuvor definierte Funktionalität erreicht. Ein Architekt baut auch nicht zuerst ein komplettes Gebäude, sondern er entwirft einen Plan und überzeugt sich anhand dieses Planes, daß das später vielleicht irgendwann physikalisch realisierte Bauwerk eine bestimmte gewünschte Funktionalität besitzt. Analog macht man in der Systemarchitektur erst einen Entwurf, um nachher ein Computersystem zu realisieren, das eine ganz bestimmte Funktionalität erfüllt.

Jetzt komme ich zu einigen Bemerkungen, die eine Verbindung zu den vorhergehenden Vorträgen herstellen und einige Anregungen zur Diskussion geben sollen. Es gibt verschiedene Tricks in der Informatik und der KI-Wissenschaft, mit denen sich solche Systemarchitekturen entwerfen lassen, die immer noch mit einem Digitalrechner realisiert werden können.

Zuerst deshalb die Frage, wie wir mit einem digitalen Computersystem, das nur mit Nullen und Einsen umgehen kann, etwas Komplexeres machen können als eine duale Arithmetik. Ein Blick in die Natur lehrt uns, daß wir mehr erwarten können: Nervennetze bestehen aus digitalen Elementen, den Neuronen, die entweder feuern oder nicht feuern….

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