Gespräche mit Künstlern , 1999

PETER HUTCHINSON:

»Der schreibende und der visuelle Anteil des Selbst«

EIN GESPRÄCH VON HEINZ-NORBERT JOCKS

Der seit 1953 in den USA lebende Brite Peter Hutchinson ist einer der Pioniere der Earth- und Land-art. Anders als Walter de Maria, Peter Smithson oder Mike Heizer imaginiert er collagierend Landschaften, die es so nicht gibt. In seiner Kunst der Poesie verknüpft er Aktion, Plastik, Fotografie und Texte, die er selbst schreibt. Er arbeitet in der Natur, erwandert sie, steigt auf Vulkane, interessiert sich für biologische Prozesse und Kreisläufe, hat einen Sinn für den Kontrast zwischen toter und lebendiger Materie, sucht sich einen Weg zwischen Natürlichem und Künstlichem, assoziiert, paart Fotografie und Text und hat eine ausgeprägte Schwäche für Sprache und Schrift. Mit ihm sprach Heinz-Norbert Jocks an zwei Tagen in Düsseldorf.

Heinz-Norbert Jocks: Woher rührt Ihre Liebe zur Natur?

Peter Hutchinson: Der Ursprung liegt weit zurück. Schon als Kind sprang ich im Garten umher, und später als Pfadfinder, der mit der Natur und in ihr zu leben und zu überleben lernte, las ich leidenschaftlich gerne Bücher über Natur und Landschaften im allgemeinen und Insekten und Pflanzen im besonderen. Noch auf dem Internat, wo ich war, brachte mich die Schwester des Schulleiters durch ihr spannendes Erzählen über die Natur dazu, genauer hinzusehen. Zudem überließ sie uns ein kleines Stück Land, auf dem wir, wenn wir wollten, arbeiten konnten. Aber trotz der Anhaltspunkte, die mir jetzt einfallen, habe ich keine Ahnung, woher die Faszination kommt. Vermutlich hängt das auch ein bißchen mit der englischen, eng mit der Natur verknüpften Kultur…

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von Heinz-Norbert Jocks

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