Gespräche mit Kunstvermittlern · von Peter Nesweda · S. 429
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1999

Die Kunst der Gastlichkeit

PETER NESWEDA IM GESPRÄCH MIT CHRISTINA LACKNER, GALERIE STADTPARK, KREMS

Die Galerie Stadtpark in Krems an der Donau wurde 1960 vom Architekt Rupert Schweiger errichtet für den Wachauer Künstlerbund, der diesen Bau auch im wesentlichen finanzierte. Das „Künstlerhaus“ – so der ursprüngliche Name des einem Künstlerateliers nachempfundenen Pavillons – litt aber bald unter finanziellen Engpässen und musste 1974 zum Teil an die Stadt Krems für die Unterbringung des Fremdenverkehrsamtes vermietet werden. Als Gegenleistung wurden eine Gasheizanlage und sanitäre Einrichtungen installiert. In den Jahren 1977 und 1978 kam es zu einer Vereinsumbildung und Namensänderung. Aus dem 1919 gegründeten Wachauer Künstlerbund wurde der Verein Galerie Stadtpark, seither Träger der gleichnamigen Galerie, die durch ihr vorbildliches Ausstellungsprogramm mittlerweile internationales Renommee erreicht hat. 1989 wurde die Galerie aus Mitteln der niederösterreichischen Regionalförderung ECO-Plus renoviert und nach Entwürfen von Architekt Richard Künz umgebaut. Der Mittelteil wurde zum angrenzenden Stadtpark hin durch eine umgestaltete Glasfront geöffnet und somit auch schöne Details desselben für die Besucher sichtbar gemacht. Diesen Umstand nützte zum Beispiel Ian Hamilton Finlay, der sich 1991 mit seiner Installation auf ein durch diese Glasfront sichtbares klassizistisches Denkmal aus dem Franzosenkrieg bezog. Christina Lackner, seit 1989 Geschäftsführerin der Galerie Stadtpark, gelang es mit großem Geschick, internationale Spitzenkünstler wie den schon erwähnten I. H. Finlay oder James Lee Byars, Urs Lüthi, Ulrike Rosenbach nach Krems zu holen, aber auch österreichische Künstler wie Kurt Kocherscheidt, Franz Graf oder Gerwald Rockenschaub, Heimo Zobernig und Walter Vopava nutzten die idealen Bedingungen der schönen Räume mit ihrem klassischen…

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