Biennalen: Die Prague Biennale · von Susanne Boecker · S. 402
Biennalen: Die Prague Biennale , 2011

Susanne Boecker

Die Prague Biennale 5

Eine Biennale ist eine Biennale ist eine …

Microna Building, Prag, 19.5.-11.9.2011

Eine internationale Biennale, die es bis zur 5. Ausgabe geschafft hat, sollte eigentlich als feste Größe auf der sich immer weiter differenzierenden Biennalen-Landkarte eingetragen sein. Eigenartigerweise trifft das auf die „Prague Biennale“ nicht zu. Der Kunst-Event in der tschechischen Hauptstadt lockt – trotz internationaler Kuratoren- und Künstlerlisten – kaum internationale Kritiker und Besucher an. Warum? Immerhin ist die im Zweijahres-Rhythmus stattfindende Schau die größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst in der tschechischen Republik – die Veranstalter halten sie sogar für den größten internationalen Kunst-Event in Zentraleuropa.

Vielleicht liegt es an dem chaotischen und teilweise missglückten Start? Die erste Ausgabe der von Giancarlo Politi, Herausgeber der italienischen Kunstzeitschrift Flashart, und seiner Ehefrau und Chefredakteurin Helena Kontova gegründeten Biennale wurde in Kooperation mit dem Direktor der Prager National Gallery, Milan Knizak, organisiert. Was in den Räumen des Veletrzini Palast als gemeinsames Unternehmen begann, endete im Streit. Zur zweiten Ausgabe traten die Parteien 2005 mit jeweils eigenen Veranstaltungen gegeneinander an: Die Flash Art-Magazin-Macher mit der „Prague Biennale 2“, Milan Knizak mit einer „International Biennale of Contemporary Art, IBCA“. Während der umstrittene Direktor der Prager Nationalgalerie nach dieser Konkurrenzveranstaltung seine Aktivitäten in Sachen Biennale einstellte, organisierten Politi und Kontova beharrlich weitere Ausgaben ihrer Schau. Als „Exhibition Hall“ für ihr mit minimalem Budget finanziertes Projekt nutzten sie eine heruntergekommene Fabrikhalle.

Die „Prague Biennale“ wurde seit ihrer ersten Ausgabe wegen gravierender organisatorischer Mängel und fragwürdiger konservatorischer Ausstellungsbedingungen heftig kritisiert. Bemängelt wurden auch eine malereilastige Werkauswahl sowie…

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