Magazin: Museen & Institutionen · von Claudia Wahjudi · S. 464
Magazin: Museen & Institutionen , 1996

Claudia Wahjudi

Folgen der Mangelwirtschaft

NBK, NGBK und die Berliner Finanzen

So gut besucht war der Neue Berliner Kunstverein selten. Zur letzten Eröffnung 1995, „Ortsbesichtigung I: Malerei als Medium“, kamen so viele Gäste, wie gerade noch bequem in die Räume des NBK paßten. Trotzdem herrschte keine Feststimmung. Man fachsimpelte über Sponsoring, und überhaupt war viel von Geld die Rede.

Nur drei Tage nach Ausstellungsbeginn stand dann der „Notruf für die Bildende Kunst“. Auf Initiative des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin (BBK) hatte sich eine „Konferenz Bildende Kunst“ konstituiert, die nun Alarm schlägt mit einem Schreiben, das an die Adresse der wiedergewählten Berliner Großen Koalition geht und bilanziert: Ein politisches Konzept für zeitgenössische Kunst hat es in der vergangenen Legislaturperiode nicht gegeben. Deshalb fordert die Konferenz eine langfristige Verbesserung der Infrastruktur – etwa durch Wiederherstellen verlorengegangenen Atelierraums, die Verdoppelung der Anteile für zeitgenössische Kunst auf 1,3 Prozent des Kulturetats und durch eine (neue) Kunsthalle.

Nach Vorbild des „Rats für die Künste“, einem losen Zusammenschluß Berliner Kulturschaffender, der Lobbyarbeit bei rheinischen Politikern betreibt, verlangt die Konferenz außerdem, daß das Bonner Geld für Hauptstadtkultur nicht im Berliner Finanzloch verschwindet, sondern dazu dient, Landesmittel für kleinere Häuser freizumachen. Unterzeichnet haben den „Notruf“ unter anderem Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien), Georg Nothelfer (Landesverband Berliner Galerien), Christos Joachimides (Zeitgeist GmbH) sowie die Chefs der beiden Berliner Kunstvereine, Alexander Tolnay, NBK, und Rainer Höynck von der Neuen Gesellschaft für Bildende Künste, NGBK.

Nun steht in diesem Notruf nichts wirklich Neues, und ganz so ernst, wie es Leonie Baumann, Geschäftsführerin der NGBK, noch im KUNSTFORUM Bd….

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