Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 363
Ausstellungen: Wien , 2004

URSULA MARIA PROBST

Go Johnny Go!

„Die E-Gitarre – Kunst & Mythos“

Kunsthalle Wien, 24.10.2003 – 7.3.2004

Große Rockmusik handelte immer von dem Verlangen, die Realität aus den Angeln zu heben. Neben dem Eskapismus und der Verweigerung, spielte die Politik der Gefühle eine entscheidende Rolle. Das anarchistische Potential der E-Gitarre war an dieses durchbrechende Freiheitsversprechen gekoppelt. Schließlich gehorchten bereits die Halbstarkenrituale während der Rock ’n‘ Roll-Abende mit Elvis Presley in den Fünfzigern, die Mod-Attitüden während der Beat-Ära in den Sechzigern und die offensive Untergangsstimmung des Grunge in den Achtzigern derselben Maxime: ‚Wir wollen alles und zwar sofort‘. Die E-Gitarre funktionierte so immer als Dolmetscher hungriger Herzen und machte den vagen Wunsch nach dem Mehr kommunizierbar. Von den Rolling Stones bis zu Courtney Loves Band ‚Hole‘ inszenierten die Bands den kalkulierten Missklang in den Medien. Rock galt von Anfang an als Rebellion gegen die sanktionierte Ordnung.

In der Ausstellung ‚Go Johnny Go‘ kreist alles um diesen Mythos der E-Gitarre. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Chuck Berrys Rockhymne ‚Johnny B. Goode‘ und spielt auf die männlichen Initiationsriten an, die mit der E-Gitarre assoziiert werden. Mit einem Poster von Chuck Berry beginnt die Ausstellung ihre Serie der ShowgitarristInnen an deren Ende Christian Marclays speediges Video ‚Guitar Drag‘ (2000) steht. Als visuelle Blickfänger der Gitarrenkultur werden jede Menge Plakate, Plattencover und Konzertfilme präsentiert, um unter anderen den subkulturellen Hintergrund von Revolten zu dokumentieren, wie sie Jimi Hendrix, die White Panthers, der Punkrock oder die Riot Girrrls auslösten. Die Sammelleidenschaft der Kuratoren Wolfgang Kos (derzeit Direktor des Wien…

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