Ausstellungen: Salzburg , 2004

URSULA MARIA PROBST

Muntean/Rosenblum

„There Is A Silence To Fill“

Salzburger Kunstverein, 23.10. – 7.12.2003

„There Is A Silence To Fill,‘ so lautet auch der Titel einer Performance, die als Demonstration inszeniert an einem autofreien Tag in der Salzburger Innenstadt gefilmt wurde. Anders als bei Protestbewegungen üblich wurden keine lauten Parolen gebrüllt, sondern schweigend die von Markus Muntean und Adi Rosenblum produzierten Schrifttafeln getragen. Als StatistInnen für die Performance engagierte das Duo junge TeenagerInnen im Modellook. Anlässlich der Vernissage fand die Performance nochmals im Ausstellungsraum des Salzburger Kunstvereins statt. Durch den Verdoppelungseffekt einer aufgezeichneten Videoprojektion wird diese performative Aktion aus dem Außenraum während der Ausstellung in den Innenraum transferiert. Eingefordert wird durch die von Muntean/Rosenblum produzierten Schilder mit Aufschriften wie ‚THE Future IS Now but What is gone still needs to be described‘ eine Auseinandersetzung mit dem paradoxen Phänomen Jugendkult. Die schweigende Dramaturgie der Demonstration wird in der Ausstellung durch einen militärisches Trommelwirbel komponiert von Henri Purcell und die trauermarschartige Streichermusik von Jean-Philippe Rameau durchbrochen.

Durch diese Demonstration wird aber auch die Frage nach der Performativität in den Selbstdarstellungsritualen von Jugendlichen aufgeworfen. Auch das Video ‚Not To Be. Not to Be At All‘ (2003), das parallel zur Ausstellung im Porschehof in Salzburg gezeigt wird, befasst sich damit, wie sich unter der Regie von Muntean/Rosenblum performative Akte und reale Aktion vermischen. Durch eine langsame Kamerafahrt werden Arbeiter in einer Werkstatt bei rountinemäßigen Abläufen gefilmt. Ihnen zur Seite gestellt sind Schauspieler. Die Frage nach der Authentizität der Handlungen stellt sich den BetrachterInnen dadurch, dass sie jene der…

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von Ursula Maria Probst

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