Ausstellungen: Wien · von Heinz Schütz · S. 300
Ausstellungen: Wien , 2015

Heinz Schütz

Ideas for Change

»Vienna Biennale 2015«

Wien, 11.6. – 4.10.2015

Die erste Biennale wurde 1895 in Venedig veranstaltet. Hundert Jahre später gab es weltweit erst um die zehn Biennalen und heute, nur zwanzig Jahre später, existieren wohl schon über zweihundert. Wachstumsfetischisten verbuchen eine derartige exponentielle Steigerung als Erfolg, für die Geschichte der Biennalen bedeutet sie eine Umwertung, die auch mit einer Entwertung einhergeht. Nach dem Vorbild der Weltausstellungen entstand die erste Biennale als Weltschaufenster der Kunst. Im 20. Jahrhundert wurde die sich in den Venedig-Pavillons manifestierende Verbindung von Nation und Kunst zunehmend kritisch betrachtet. Gleichzeitig erodierten tragende Eckpfeiler der Moderne wie Fortschritt, Innovation und Universalitätsanspruch. Die Präsentation der Gegenwartskunst als ein „kanonisches“ Globalpanorama wurde damit wohl endgültig obsolet. Nicht zuletzt machte der Biennaleboom jede neue Biennale zu eben nur einer unter vielen. Trotzdem funktioniert das Label „Biennale“ bis heute als ein – oft nur noch bedingt einlösbares – Aufmerksamkeitsversprechen, mit dem die Städtereklame rechnet und das der Eventkultur entgegenkommt. Biennalen werden als Ereignisse konzipiert, die über den institutionellen Alltag der Museen und Galerien hinausweisen. Sie eröffnen Möglichkeiten und verlangen geradezu nach neuen Umgangsformen mit Kunst. So wurde etwa in Bergen nach einer ausführlichen Debatte die angestrebte Biennale zur Recherche orientierten Triennale Bergen Assembly. Jüngst nun eröffnete auch in Wien eine neue Biennale. Noch eine mehr! Wozu?

Die Vienna Biennale versteht sich als erste Dreisparten-Biennale für Design, Architektur und Kunst. Damit setzt sie Traditionen fort, die sich in Wien insbesondere im Museum für angewandte Kunst (MAK) und der Universität für angewandte Kunst herausgebildet haben….

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