Kunstforum-Gespräche · von Michael Stoeber · S. 379 - 381
Kunstforum-Gespräche , 2005

Michael Stoeber

”In the Gap between Artist and Audience.”

Ein Gespräch mit Gijs van Tuyl dem neunen Direktor des Stedelijk Museum Amsterdam

Gijsbert Antonie van Tuyl wurde am 7. Februar 1941 in den Niederlanden geboren. Er studierte Niederländische Sprache und Literatur und war kurzfristig Lehrer an einem Gymnasium. Nach einem Zweitstudium der Kunstgeschichte bei Professor Jaffé wurde er erst Praktikant, später Kurator am Stedlijk Museum in Amsterdam. Van Tuyl schrieb Kunstkritiken, war Herausgeber der Zeitschrift ”Dutch Art and Architecture Today” und von 1978-91 Niederländischer Kommissar der Biennalen in Venedig und Sao Paulo. Von 1992-2004 leitete er als Direktor sehr erfolgreich das neu gegründete Kunstmuseum Wolfsburg. Seit dem 1. Januar 2005 ist er wieder am Stedelijk Museum in Amsterdam – dieses Mal als Direktor.

Sie haben ursprünglich Literaturwissenschaften studiert und auch zwei Jahre als Lehrer an einem Gymnasium unterrichtet. Warum sind Sie nicht dabei geblieben?

Gijs van Tuyl: Der Unterricht am Gymnasium hat mir nicht sonderlich zugesagt. Ich wusste damals nicht so genau, was ich wollte, aber doch sehr genau, was ich nicht wollte, nämlich Lehrer sein. Am Liebsten wäre ich Dichter geworden. Das hat nicht geklappt. So blieb mir die Bildende Kunst. Ihr hatte neben der Literatur schon immer mein Interesse gegolten.

Haben Ihre literarischen Ambitionen Einfluss auf Ihre Arbeit als Kurator gehabt?

Ich denke. Die Poesie ist nach wie vor mein Leitmotiv bei der Auswahl der Künstler. Das ist nicht wörtlich zu verstehen. Es geht mir um eine poetische Kraft der Kunst. Die können Sie in den besten Werken jeder Kunstrichtung finden, gleichgültig…

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