Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2005

Das Europäische Parlament bekam kürzlich einen Bericht zur Kulturwirtschaft vorgelegt. In Deutschland geben außerdem die einzelnen Bundesländer eigene Berichte heraus, und jüngst veröffentlichte ebenso die Schweiz ihre kulturwirtschaftlichen Eckdaten. Der Arbeitskreis Kulturstatistik moniert allerdings, dass es im Vergleich dieser Daten keine einheitlichen Definitionen gibt, wie z.B. der Galerien-Einzelhandel auf dem Kunstmarkt gegenüber anderen Tätigkeiten wie Art Consulting oder gegenüber den Auktionen abgegrenzt wird. So ließen sich die verschiedenen statistischen Angaben über Umsätze etc. nicht miteinander vergleichen. Dies gilt auch für andere Sparten. Je nach Definition hat somit die Kultur einen Anteil zwischen 1,0 % und 4,9 % an der deutschen Gesamtwirtschaft. Doch unabhängig davon, wie man einzelne Begriffe interpretiert, läßt sich eine negative Entwicklung nicht ignorieren: Vom „Kulturboom“, wie ihn die Berichte der vergangenen Jahre feierten, kann heute längst keine Rede mehr sein. Die allgemeine Rezession hat nämlich leider auch die Kultur erfasst. 2002 und 2003 ist die Zahl der Erwerbstätigen auf diesem Sektor um 3 % gesunken. Manche Kultureinrichtung ist bereits geschlossen worden, andere Institute sind in ihrer Existenz gefährdet. „Deutschlands Kulturteppich wird allmählich angefressen“, sagt die Bundestagsabgeordnete Ursula Sowa (Bündnis 90/Grüne). Sie gehört der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages an, die in den kommenden Monaten „Handlungsempfehlungen“ für die Kulturpolitiker ausarbeiten wird.

Die Hamburger Ausgabe der BILD-Zeitung berichtete, die Staatsanwaltschaft der Hansestadt ermittle gegen die spanische Performer-Gruppe La Fura dels Baus wegen Pornografie. In der Hamburger Kunstszene war die Empörung groß, als bekannt wurde, dass die Blattmacher selbst Anzeige gegen die Künstler erstattet hatten. Dass die Boulevardpresse…

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