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Biennalen: Biennale Lyon · von Fabian Stech · S. 400 - 405
Biennalen: Biennale Lyon , 2008

Fabian Stech
Kunst der Jetztzeit?

00 Geschichte eines nicht benannten Jahrzehnts
Biennale in Lyon

La Sucrière, Institut de l’art contemporain, Fondation Bullukian Musée d’art Contemporain, 19.09.2007-06.01.2008

Mit Stephanie Moisdon und Hans Ullrich Obrist gestalteten zwei freie Kuratoren die Biennale von Lyon, nachdem die beiden letzten Editionen jeweils von Kuratoren getragen wurden, die in einer festen Struktur arbeiteten: 2003 dem Consortium in Dijon und 2005 dem Palais de Tokyo in Paris. Alle drei Editionen haben sich mit dem Thema Zeit auseinandergesetzt. 2003 und 2005 hatten die Kuratoren aber zugleich versucht wichtige und zum Teil vernachlässigte Abschnitte der zeitgenössischen Kunst in Szene zu setzen, wie z.B. mit den Arbeiten von Bruno Gironcoli und Briget Riley bei der Biennale 2003. Doch es sollte dem dritten Teil vorbehalten bleiben, sich ausschließlich mit der hyperzeitgenössischen Kunst nach der Jahrtausendwende zu beschäftigen. Schon im Ansatz ist diese Aufgabe schwierig, wenn nicht unlösbar, da alle Großausstellungen sich beständig bemühen den neusten Trends auf der Spur zu sein und immer das Ohr am Puls der Zeit zu haben. Anstatt sich nun alleine mit dem Jahrzehnt zu befassen, haben es die beiden Kuratoren vorgezogen, etwas zu inszenieren, das sie ein Spiel nennen. Dafür luden sie 47 junge Kuratoren ein, so verteilt sich die Verantwortung und man spielt nicht alleine. Jeder der Kuratoren stellte den Künstler vor, der die letzten Jahre seiner Meinung nach entscheidend geprägt hat. Doch das Spiel, das beginnt, ist eigentlich keins, denn im Spiel geht es immer um „freies Handeln“, wie Johan Huzinga betont, „befohlenes Spiel ist…



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