Titel: Kunst und Ökologie · S. 54
Titel: Kunst und Ökologie , 1988

Dieter Bogner (Hrsg.)

Kunst und Ökologie

Zum Kunstverständnis in der Ökologiebewegung
Materialien zu einer latenten Kunstdiskussion

Das vom Kunstraum Buchberg gemeinsam mit der österreichischen Ludwigstiftung im September 1987 in Schloß Buchberg am Kamp veranstaltete 3. Kunstgespräch1 gab den Anlaß und den Titel für diese Publikation. Sie besteht aus zwei großen Blöcken: Die im Zusammenhang mit der Tagung entstandenen Textbeiträge wurden durch zehn künstlerische Konzepte ergänzt. Diese sind in einer das Kunstgespräch begleitenden Ausstellung mit dem Ziel gezeigt worden, auf frühe Ansätze einer mit Umweltfragen beschäftigten Kunst hinzuweisen und an Hand einzelner Positionen das ausgedehnte Möglichkeitsfeld aktueller künstlerischer Auseinandersetzung mit der Natur anzudeuten. Der zweite Teil besteht aus einem von Werner Fenz und Richard Kriesche als geschlossener Text-Bild-Block konzipierten Bericht über die Ausstellung „Animal Art“, die ebenfalls im September und zwar im Rahmen des „Steirischen Herbstes“ (Graz) stattgefunden hat; eine Koinzidenz, deren Zustandekommen nicht auf gemeinsamer Planung beruhte, sondern dem Zufall zu verdanken war.2

Die Zusammenstellung des heterogenen Materials soll eine noch kaum erkannte Problematik in ihrer Vielschichtigkeit ins Bewußtsein rufen.

Das Ziel des 3. Buchberger Kunstgesprächs war es nicht, eine Diskussion über das Verhältnis von Kunst und Natur zu initiieren, sondern der Frage nachzugehen, welche Einstellung in der Grün-Szene den künstlerischen Phänomenen der modernen Kunst gegenüber vorherrscht. Kaum zu übersehen ist, daß in den Reihen der Grünen eine die unterschiedlichsten Gruppen übergreifende ‚ästhetische Präferenz‘ (Bernd Lötsch) dominiert, die einen konservativen, tendenziell nostalgischen Charakter aufweist. Ihre Anhänger stehen den meisten Phänomenen der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst desinteressiert bis vehement ablehnend gegenüber. Der in Buchberg zwischen…

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