Ausstellungen: Bregenz · von Heinz Schütz · S. 446
Ausstellungen: Bregenz , 1998

Heinz Schütz

Lifestyle

Internationale Kunst in den Grenzbereichen von Mode, Design, Styling, Interieur und Werbung

Kunsthaus Bregenz, 11.7. – 20.9.1998

Das Konzept der Ausstellung geht davon aus, daß der Begriff „Lifestyle“ in den achtziger Jahren dreifach Karriere machte. Die Sozialwissenschaften ersetzten den alten Klassenbegriff durch die Unterscheidung von Lebensstilen, die Marketing-Wissenschaften münzten die Erkenntnisse über ausdifferenzierte Lebensstile in Zielgruppenprofile um, und von den Medien wurde der „Lifestyle“ insbesondere in den Hochglanzmagazinen propagiert. Wohl zurecht wird der Höhepunkt des Phänomens mit dem Aufstieg der Yuppiegeneration in Verbindung gebracht. Heute nun – so will es zumindest das programmatische Papier – gelte: „Wie alle Moden wurde auch die des „Lifestyle“ rasch hinweggefegt und durch ihr Gegenteil ersetzt (…) .“ Und: „Der Begriff „Lifestyle“ markiert heute, im Zeitalter seines Verschwindens, einen bedeutenden Paradigmenwechsel der Gesellschaft: Die Freundschaft zwischen Ästhetik und Ökonomie wurde aufgekündigt (…).“ Vor diesem Hintergrund sei das Ziel der Ausstellung, „die Künstler – als Spezialisten für das Verhältnis von Ästhetik und Gesellschaft – zu befragen“.

Mit dem solchermaßen entworfenen Programm stellt sich zwangsläufig ein gewisses Dilemma ein: Was als vergangen ausgewiesen wird, dient gleichzeitig als aktuelles Thema. Zu fragen ist also, wie vergangen das Phänomen „Lifestyle“ ist, und ob die „Freundschaft zwischen Ökonomie und Ästhetik“ tatsächlich aufgekündigt wurde. Richtig ist sicherlich, daß das Phänomen Lifestyle seinen Höhepunkt überschritten hat. Wie und wo heute allerdings das Gegenteil dominiert, machen weder der theoretische Entwurf noch die Ausstellung deutlich. Vielmehr verbinden sich im Eingangsteil der Ausstellung Ökonomie, sprich Werbung, und Kunst zu einer kaum mehr aufzulösenden Mesaillance. Kritische Positionen, zumal…

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