Ausstellungen: Köln , 2000

Stefan Römer

O.M. Ungers

»Zeiträume – Architektur – Kontext«

Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln, 7.11.1999 – 13.2.2000

Die Menge der ausgestellten Bücher, Objekte, Zeichnungen und Modelle ist überwältigend. Künstlerische Arbeiten von Carl Andre über Richard Long und Dan Flavin bis zu Thomas Locher, Zeichnungen von Aldo Rossi, Bruno Taut, Ludwig Mies van der Rohe, Karl Friedrich Schinkel, Etienne Louis Boullée und anderen prospektieren die beeindruckende Privatsammlung von Oswald Maria Ungers. Im Kontext dieses historischen Konzertes präsentiert der Architekt Ungers auf beiden Etagen der Kölner Josef-Haubrich-Kunsthalle seine eigene Architektur in Modellen, Fotografien und Zeichnungen. Doch was, so fragt man sich durch diese erlesenen Werke wandelnd, erzählt diese Kombination aus Kunstwerken und Architekturentwürfen? Die Präsentation behauptet, dass eine unmittelbare Vergleichbarkeit oder gar Verwandtschaft existiere, die sich mittels Geometrie entschlüsseln lasse. Ungers fundiert seine Architekturtheorie seit den 70er Jahren auf räumlichen Grundmodulen, insbesondere dem Kubus. Indem der Architekt, dem der Sakralbau des Pantheon als großes Vorbild für seine profanen Projekte dient, Arbeiten diverser anderer Künstler und Architekten sich selbst beiordnet, erhebt er den Anspruch, nicht nur das Grundmuster dieser gesamten Architektur, sondern auch der alten wie zeitgenössischen Kunst gefunden zu haben und es erfolgreich anzuwenden. Eine solche Selbstpräsentation kann nur als eine ebenso selbstherrliche wie unpassende Geste erscheinen. Besonders in dem kleinen Raum, in dem das Modell des im Bau befindlichen Wallraf-Richartz-Museums mit der Arbeit „Three-Park-Set“ von Sol LeWitt (1966-1984) vor Projektionen von Idealstadtansichten aus der Renaissance und der zukünftigen Fassade des Wallraf-Richartz-Museums positioniert wurde, erscheint dies als anmaßende Selbsthistorisierung. Die rein formalistische Reduktion der Arbeit von LeWitt auf das…

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von Stefan Römer

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