Ausstellungen: Hannover · von Ann-Katrin Günzel · S. 319
Ausstellungen: Hannover , 2011

Ann-Katrin Günzel

Ohne Ekstase kein Tanz!

Tanzdarstellungen der Moderne. Vom Varieté zur Bauhausbühne.

Sprengel Museum, Hannover, 2.2. – 1.5. 2011

Der Ausruf „Ohne Ekstase kein Tanz!“ stammt von der berühmten Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin Mary Wigman (1886 – 1973). Die gebürtige Hannoveranerin hat damit zu Beginn des 20. Jhds. den freien Ausdruckstanz propagiert, der damals, fern der steifen Konventionen des auf klare Figuren festgelegten Gesellschaftstanzes und der strengen Disziplin des klassischen Balletts, wahrlich die Ketten sprengte und die Leidenschaften sowie das freie Körpergefühl entfesselte. Das beweist schon einer von Wigmans ersten Tänzen, der „Hexentanz“, der in der Ausstellung in Hannover als Film zu sehen war. Man sieht sie hier – obwohl im Sitzen, dennoch mit kraftvollen, dynamischen Bewegungen und mit stark expressiver Gestik, einem inneren Impuls Ausdruck verleihen. Im Vergleich mit Darstellungen von Varieté- und tänzerischen Bühnenauftritten des Fin de Siecle zeigt sich umgehend und eindeutig die künstlerische Errungenschaft dieser neuen Bewegungsfreiheit.

Einen solchen hat das Sprengel Museum angestellt. Es zeigte in mehr als 100 Exponaten, ausgehend von den Varietészenen und Revuebildern Toulouse-Lautrecs und weiteren Illustrationen anderer Künstler für Plakate und Zeitschriften, die wechselseitige Entwicklung tänzerischer Darbietungen und Bildender Kunst vom Ende des 19. Jhd.’s bis in die 30er Jahre. Die zunächst vor allem erotisch – bisweilen auch exotisch anmutenden Tänze der Revuegirls und Bühnensternchen, die als Vergnügen für das Bürgertum gedacht waren, manifestieren sich in den Abbildungen der tanzenden Loie Fuller, deren „Schlangentänze“ noch heute dank der Faszination, die sie auf viele Künstler ausübte, bekannt sind. Eine Farblitographie von Toulouse-Lautrec (1893) zeigt…

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