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Ausstellungen: Pulheim · von Jürgen Kisters · S. 373 - 374
Ausstellungen: Pulheim , 1992

Jürgen Kisters
Patrick Boyd

Museum für Holographie und neue visuelle Medien, Pulheim, 22.11.1991 – 23.2.1992

Jede Disziplin braucht offenbar ihre Auszeichnungen, auch die „neuen Medien“, und so auch die Holographie. Preisträger des nunmehr schon zum zweiten Mal vom Museum für Holographie und neue visuelle Medien und der Stadt Pulheim verliehenen „Europäischen Holographiepreises 1991“ ist der Brite Patrick Boyd (geb. 1960), dessen Arbeiten aus diesem Anlaß die Sonderschau des Pulheimer Holographie-Museums bestücken.

Boyds „Mixed-Media-Hologramme“ vermitteln allesamt die seltsame Unentschiedenheit im Gemisch verschiedener Medien, in der die Holographie sich bislang vielfach präsentiert. Zwischen Objekten und Photographien geben sich die Hologramme als die von Phantasie und Wissenschaft angehauchten Abbildungen einer neuen, hochtechnisierten Welt, welche die traditionelle Welt der sinnlichen Dinge und die alten Abbildungsverfahren jedoch augenscheinlich nicht einfach hinter sich lassen können, sondern diese gerade brauchen, um ihre „besondere“ Wirkung zu erzielen. Als immaterielles, mittels Lasers aus Lichtwellen erzeugtes Bild steht das Hologramm sowohl in untrennbarer Abhängigkeit als auch in äußerstem Kontrast zu den materiellen Körpern und Dingen, aus denen das täglich gelebte Leben ist und auf die das Hologramm sich fortwährend bezieht. Beschreibt das einerseits den besonderen Reiz der holographischen Illusionskraft, weist es andererseits auf eine fatale Entwicklung der Entkörperlichung, in der unsere technifizierte Kultur zusehends davonflimmert.

Patrick Boyd macht diesen Gegensatz in der Spannung von Objektkästen aus Holz und darin enthaltenen Photographien und Hologrammen sichtbar. Diese Kästen entfalten eine „Reise durch die Stadt des Lichtes“, eine Sightseeing-Tour durch die Umgebung der Stadt mit den Mitteln lichtgeprägter Abbildungseffekte. Zu sehen sind darin: Plätze und Treppenstufen, Stadtstreuner,…


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