Ausstellungen: Athen , 2010

Heinz Schütz

Politics of Art

10 Jahre Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst

EMST, Athen, 3.10.2010 – 30.4.2011

Das kulturelle Image Griechenlands, das nicht zuletzt die Tourismusindustrie fördert, wird bis heute vom antiken Erbe geprägt, zeitgenössische Kunst spielt darin, eine allenfalls untergeordnete Rolle. Die Vergangenheit erscheint wie ein kultureller Überhang, der die Gegenwart in den Schatten stellt. Dem Blick von Außen korrespondiert die Diagnose von Innen. Vier Jahre nach der Eröffnung des Nationalmuseums für Zeitgenössische Kunst (EMST) im Jahr 2000 stellte die Gründungsdirektorin Anna Kafetsi fest: „Griechenland hat lange in einer ideologischen Selbstbezogenheit gelebt, als hätte es sich gegen ein feindliches Außen abschotten müssen. Auf politisch-ökonomischer Ebene hat sich das Land zwar Europa zu nähern versucht, die Kunstproduktion aber hat sich weitgehend rund um die Frage der nationalen Identität entwickelt und darum, wie diese zu verteidigen sei.“

Inzwischen wird der Gegenwartskultur in Athen zunehmend mehr Raum gegeben, erwähnt seien Großprojekte, wie das im November eröffnete Onassis-Kulturzentrum, die Niarchos-Stiftung mit Neubauplänen für die Oper, auch das größte Privatmuseum Griechenlands, das Benaki-Museum, plant neu, geschlossen bleibt zur Zeit wegen Finanzmangel die Galerie moderner Kunst des Tycoons Prodromos Emfietzoglou. Im Gegensatz zur Griechenlandzentrierung der Privatmuseen bezieht die Sammlung des EMST bewusst das internationale Kunstfeld mit ein, wodurch auch die Positionen griechischer Künstler klarer erkennbar werden. Statt stereotyp den weltweit praktizierten enzyklopädistischen Ansatz zu reproduzieren, setzt die Sammlung gezielt Schwerpunkte.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Museums wird nun aus den Beständen mit „Politics of Art“ Kunst präsentiert, die dezidiert in gesellschaftlich-politische Dimensionen vordringt. Auch wenn die aktuellsten Ereignisse in Athen dabei nicht…

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von Heinz Schütz

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