Gespräche mit Kunstvermittlern · von Peter Nesweda · S. 452
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1998

Risiko Kunst

PETER NESWEDA SPRACH MIT PETER NOEVER, DEM DIREKTOR DES MAK ­ ÖSTERREICHISCHES MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST IN WIEN

Als Peter Noever 1986 zum Direktor und künstlerischen Leiter des MAK bestellt wurde, befand sich das Haus ­ 1871 nach Plänen des Architekten Heinrich von Ferstel erbaut ­ in einem problematischen Zustand: Das Museum quoll förmlich über, mangels Speicherräumen wurde ein Gutteil der Schausäle als Depot verwendet. Noever gab deshalb kurz nach seiner Berufung eine Raumnutzungsstudie in Auftrag; als 1987 von der Bundesregierung die sogenannte „Museumsmilliarde“ ­ ein einmaliger Betrag zur Sanierung der wichtigsten Problempunkte in den Bundesmuseen ­ beschlossen wurde, verfügte das MAK bereits über ein fertiges Konzept für den Umbau, der nun auch sofort in Angriff genommen werden konnte. Schon in der Umbauphase zeigte das MAK ein anspruchsvolles Ausstellungsprogramm, unter anderem von Künstlern und Architekten wie Bernard Rudofsky (der 1987 im MAK sein letztes großes Ausstellungsprojekt, Sparta-Sybaris, realisieren konnte), Walter Pichler (der auch das Tor zum neu erschlossenen Gartenbereich gestaltete), Magdalena Jetelová, Donald Judd, Vito Acconci, Margarete Schütte-Lihotzky und vielen anderen. Besonderes Aufsehen, aber auch heftige Kritik erregte Peter Noevers Entscheidung, die Schauräume von Künstlern in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kuratoren gestalten zu lassen. Seit dem Jahr 1994 betreibt das Museum auch das MAK-Center for Art and Architecture im Schindler House in Los Angeles. Ausgehend vom Werk des österreichisch-amerikanischen Architekten Rudolf M. Schindler (von 1920 bis zu seinem Tod 1953 in Los Angeles tätig), das eine Annäherung von Kunst, Architektur und Lebensstil exemplarisch verkörpert, werden im Schindler House Symposien, Lectures…

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