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Ausstellungen: Düsseldorf · von Uta M. Reindl · S. 262 - 263
Ausstellungen: Düsseldorf , 2017

Stefan Wissel

Wenn Du mich fragst gewinnt das Licht
Van Horn 20.01 – 10.03.2017
von Uta M. Reindl

Vor genau hundert Jahren soll Marcel Duchamp in einem Brief über seinen legendären Flaschentrockner erstmals das Wort Readymade verwendet haben. Der von Duchamp zur Skulptur geadelte Alltagsgegenstand hat bekanntlich bis heute nichts an Attraktivität für Künstler eingebüßt. „Ding Kunst“ hieß 2016 die dreiteilige Reihe von monografischen Ausstellungen im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Dort veranschaulichte Stefan Wissel (*1960) in seiner Präsentation zwei Jahrzehnte seiner Readymades aus Fundstücken, Gekauftem oder Ausgeliehenem, aber auch aus selbst Geformtem. Eine Auswahl von älteren und jüngeren Objekten des in Düsseldorf lebenden Künstlers ist nun bei VAN HORN in Flingern zu sehen, unter dem verrätselten Titel „Wenn Du Mich Fragst, Gewinnt Das Licht“ nach einem Zitat des düsteren Krimihelden Rust aus der amerikanischen TV-Serie „True Detectives“.

Schon der Ausstellungstitel dürfte Wissels Vergnügen an augenzwinkender Bedeutungsverschiebung zwischen Alltäglichem und Außergewöhnlichem, zwischen E- und U-Kunst illustrieren, zumal für Wissel Kunst „vor allem eine Möglichkeit von Wirklichkeit“ repräsentiert.

Gleich im Eingang der Galerie fällt der Blick auf ein dicht nebeneinander installiertes Paar weißer Surfboard-Hälften vor dem Hintergrund eines Stoff-Patchworks. Das Arrangement in Farben der US-Nationalflagge hat was von einem Altar und heißt „American Gothic II“ (2016). Damit soll an das gleichnamige Porträt eines skurril-strengen Paares erinnert sein, das der Amerikaner Grant Wood 1930 als Satire auf das ländliche Amerika malte. Ganz oben an der Wand neben der Eingangstür hängt eine kleine Skulptur, die wie eine halb geöffnete Schachtel aussieht. In ihrem Inneren…



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