Gespräche mit Künstlern , 2017

Maik Wolf

Morgens in den Spiegel zu sehen, ist surreal. Definitiv.

von Sven Drühl

Maik Wolf, geboren 1964 in Pirna, studierte bis zur Wende Malerei in Halle und ging kurz nach dem Fall der Mauer nach Paris, um dort an der renommierten École Nationale Supérieure des Beaux Arts zu studieren. Wolf ist einer der großen Virtuosen im aktuellen Malereikontext. Gekonnt komponiert er sehr dichte malerische Visionen, die zugleich realitätsferner kaum sein könnten. Wolf zeigte im letzten Jahr eine Auswahl seiner Gemälde aus dem Zeitraum 2009 – 2016 in der Kunsthalle Rostock. Seine menschenleeren, manchmal beklemmenden und häufig monumentalen Tableau-Konstruktionen, die zunehmend an Bühnenprospekte erinnern, leben von einer extremen Künstlich- und Mehrdeutigkeit. Seine Landschafts- und Architekturbilder bleiben meist in der Schwebe, haben keine direkt lesbare narrative Ebene, sondern entziehen sich durch absurde, nichtfunktionale und beinahe surreal anmutende Settings.

Sven Drühl: Deine Gemälde zeigen in erster Linie seit beinahe einem Jahrzehnt Architekturen und Landschaften. Damit ist aber nur der ganz grobe Kern umrissen. Lass uns mit den Architekturen starten. Diese sind keine real existierenden Gebäude, sondern vielmehr nichtfunktionale Fantasiegebilde, wie sie auch in den wildesten Architekten-Utopien nicht zu finden sind. Interessierst du dich für architektonische Visionen und überhöhst beziehungsweise verfremdest du diese oder entspringt alles deiner Fantasie?

Maik Wolf: Ja, spannende Frage. Was bringt einen eigentlich dazu, bestimmte Bildinhalte anderen vorzuziehen. Zur Architektur, glaube ich, bin ich gekommen über die Landschaft. Früher habe ich immer nur Figuration in Landschaft gemacht. Jetzt sind es seit ungefähr 10 Jahren immer Architekturen und Landschaft. Architektur und ihre Accessoires…

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