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Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 316 - 316
Ausstellungen: Düsseldorf , 2004

HELGA MEISTER
Susanne Ristow

„Einsame Helden“
Galerie Martin Bochynek, Düsseldorf, 12.9. – 9.11.2003

Susanne Ristow ist in der rheinischen Kunstszene eine atypische Künstlerin. Sie liebt nicht das Koloristische in der Malerei. Sie pendelt auch nicht zwischen Abstraktion und Figur. Sie konzentriert sich auf die Abbreviatur von Gefühlen, dargestellt in grandiosen Zeichnungen. Als wichtigstes Thema greift sie sich das Gesicht heraus, die Seelenlandschaft des Menschen. Dabei entstehen große Bilderzyklen, nicht in einem sozialkritischen Realismus, sondern in offener, freier, energiegeladener Form. Sie sind von einem Humanismus beflügelt, wie er selten geworden ist im Bild unserer Zeit. Sie zeugen von einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit der griechisch-römischen Tradition, mit der gesamten Kultur des südeuropäischen Raumes. Zugleich liebt sie filmische Vorlagen, in denen das Gesicht des Einzelnen wie festgesurrt erscheint, wie ein Erinnerungsfoto.

Angefangen hatte sie 1998 mit den „bewegten Bildern“ nach dem Film „La Passion de Jeanne d’Arc“ mit Maria Falconetti in der Titelrolle. Der Film von 1928 machte seinerzeit Geschichte, denn erstmals wurde eine Schauspielerin im Blow up präsentiert und ihr Porträt angeschnitten. Ristow entwickelte daraus 400 Tuschzeichnungen mit einer Johanna, die von einer vitalen, expressiven Leidenschaft bestimmt ist. 2001 zeichnete sie den nächsten Film, „Watching Intimacy“ nach Patrice Chéraus „Intimacy“ mit Kerry Fox und Mark Rylance, der Film hatte gerade bei der Berlinale den goldenen Bären gewonnen. Wieder zeichnete sie alle Szenen, in denen entweder die Körper oder die Gesichter der Hauptpersonen vorkommen. Es entstanden 242 Einzelbilder mit Kohle auf Zeichenkarton.

Stets trennt sie die Bilder aus dem filmischen Zusammenhang heraus. Das Flüchtige wirkt dadurch…



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