Titel: Insel Austria · S. 294
Titel: Insel Austria , 1987

Symphonie ohne Paukenschlag

Österreichische Kunstförderung –
Traum und Wirklichkeit

»Ohne Vater Staat geht nichts» – dieser Spruch prägt scheinbar auch heute noch die materielle Situation der österreichischen Kunst. Und doch – so mußte Harald Sterk noch 1979 feststellen – werden »für die Kunstförderung in Österreich lächerliche Beträge ausgegeben«. Einer der Schwerpunkte der Kunstförderung sind (neben Preisen, Stipendien, Kostenzuschüssen) die Ankäufe von Kunstwerken. (Dies tat der Bund 1978 mit insgesamt 3,6 Millionen Schillingen – rund 500000 DM -, das entsprach etwa dem Abgang für die Oper an zwei Tagen. 1985 waren es rund 5 Millionen Schilling)

1979 präsentierte eine vom Ministerium initiierte Arbeitsgruppe, die sich insbesondere mit den Kunstankäufen beschäftigte, eine grundlegende Dokumentation und Situationsbeschreibung der österreichischen Kunstförderung und lieferte auch Reformvorschläge und Argumente für ein neues »Kunstförderungsdenken«. Horst Christoph (Kulturredakteur beim österreichischen Nachrichtenmagazin ‚profil‘) sprach mit Prof. Manfred Wagner, Leiter der Lehrkanzel für Kultur- und Geistesgeschichte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, der damals dabei war und heute eine »vorsichtige« Zwischenbilanz zieht. Vor allem auch die Rolle des Staates als »erster Förderer« wäre heute im Zeitalter des privaten Mäzenatentums zu hinterfragen, (vgl. hierzu auch Symposiumsbericht »Kunst in der Wirtschaft«, 2. Buchberger Kunstgespräch im Sept. 86 in Niederösterreich, in: Kunstforum international Bd. 87 Jan/Feb 1987)

Horst Christoph: Sie haben im Herbst 1979, also vor etwas mehr als sieben Jahren, mit einigen anderen ein Signal für die österreichische Kunstförderung gesetzt. Sie haben eine Ausstellung gemacht und eine Dokumentation zusammengestellt, beides im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. Wie ist es dazu…

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