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Ausstellungen: München · von Noemi Smolik · S. 362 - 362
Ausstellungen: München , 2007

Noemi Smolik
Thomas Zipp

»hier (futuristic mess)«
Galerie Rüdiger Schöttle, München, 20.12. 2006 – 24.2.2007

Thomas Zipp, wie auch Markus Selg oder Thomas Helbig, ist ein Künstler, der heute im Schatten der Stars der Leipziger Malerei wahrgenommen wird. Ob es dabei bleibt, wage ich zu bezweifeln. Den Zipps Arbeit scheint mir von solch einer Tiefe und Aktualität zu sein, dass zu fragen ist, ob es nicht dieser Künstler sein wird, der die an der Oberfläche hantierende Malerei der Leipziger in den Schatten stellt? Zipp, dieser in Berlin lebender Künstler, ist ein Maler, der das Malerische um konzeptuelles Vorgehen erweitert. Das verleitet ihm dazu, seine Bilder in die dritte Dimension auszudehnen; es entstehen Installationen, die jedoch nicht den Raum, wie das konzeptuelle und minimalistische Vorgehen zum Ausgangspunkt haben. Vielmehr sind es die Inhalte, die den Raum gliedern. Veit Loers bezeichnete daher Zipps Vorgehen als “ narrativen Conceptualismus“ .

Doch wovon erzählt Zipps Konzeptualismus? Immer wieder wird in den Besprechungen seiner Ausstellungen von der Vergangenheit, dem historischen Bewusstsein, dem romantischen Tatsch gesprochen. An die Maler Kiefer und Tuymans wird erinnert. Dabei stimmt es so nicht, wenigstens nicht ganz. Zipps künstlerische Auseinandersetzung geschieht in der Gegenwart mit der Gegenwart, als Ergebnis und Folge von historischen Vorkommnissen. Nicht zufällig ist der Titel seiner Münchener Ausstellung “ hier (futuristic mess)“ . Zipps Vorgehen geschieht in dem Sinne wie es kürzlich in einem Interview der Philosoph Alain Badiou formulierte: “ We must always think our world not only as the present situation but as the general…



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