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Ausstellungen: Stuttgart · von Reinhard Ermen · S. 366 - 366
Ausstellungen: Stuttgart , 2004

REINHARD ERMEN
Werner Haypeter.

Galerie Michael Sturm, Stuttgart 15.5. – 26.6.2004

Es geht, um es vorläufig zu sagen, um Bild- und Raumkörper. Der weitherzige Begriff wird gebraucht, um zu erfassen, womit Werner Haypeter (*1955) sich beschäftigt. In Sichtweite zur ‚konkreten Kunst‘ entstehen Organismen, die nicht mehr als sich selbst zeigen und die ihnen innewohnenden Bauprinzipien ausstellen. Doch schon bei dieser Gelegenheit könnte es zu Missverständnissen kommen, denn die Papierarbeiten, von denen in den großzügigen Räumlichkeiten der Galerie Sturm eine ganze Reihe, vornehmlich aus dem Jahr 2003, zu sehen sind, entziehen sich an einem bestimmten Punkt, obwohl sie doch nichts anderes tun, als ihre Bildfunktionen offen zu legen. Die Komposition, die ,Zeichnung‘ ist eine Funktion der Opazität. Die kleinen Blätter entstehen nämlich durch Faltungen, durch Übereinanderlegen und, um es etwas salopp zu sagen, durchs ‚Eintüten‘ zum Teil auch geschwärzter Quadrate oder Rechtecke, die ihre Anwesenheit in den durchscheinenden Hüllen nicht verbergen wollen und immer wieder aus dem Umschlag herauslugen. Dabei kommt es zu ganz natürlichen Volumen und reliefartigen Verwerfungen. Die Tuschezeichnung wird konkretisiert, sie steht im Material. Bis zu einen bestimmten Grad kann man diesen lyrischen Konstruktionen mit ihren geknickten und gerissenen Kanten ins Innere sehen, sie haben kein Geheimnis und sind doch jede für sich ein kleines Individuum.

Das ist unspektakulär aber von großer Intensität. Werner Haypeter ist einer der stillen und genauen Arbeiter und Erfinder im Lande. Die Papierarbeiten, die ihn seit seinem Studium, also seit gut 20 Jahren beschäftigen, bergen in ihrer hochkonzentrierten Empfindsamkeit ein Prinzip, das in vielen unterschiedlichen Erscheinungsweisen…


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