Ausstellungen: Hannover , 2015

Michael Stoeber

Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal

Sprengel Museum, Hannover, 19.9.2015 – 10.1.2016

Wie flüssiges Silber leuchtet die viel gescholtene Fassade des zweiten Erweiterungsbaus des hannoverschen Sprengel Museums im milden Schein der Herbstsonne. So scheint sie all ihre Kritiker Lügen zu strafen, die den Anbau auf Grund seiner anthrazitgrauen Betoneinfärbung mit einem Brikett oder Mausoleum verglichen haben und immer noch dem ursprünglichen Entwurf der Schweizer Architekten Marcel Meili und Marcus Peter hinterher trauern, der für die Fassade eine Spiegelverkleidung vorsah. Im Inneren war der am 18. September dieses Jahres eröffnete Erweiterungsbau dagegen nie umstritten. Er schenkt dem Sprengel Museum 5.300 zusätzliche Quadratmeter, 1.400 davon als Ausstellungsfläche. Die Eröffnungsschau, kuratiert von Direktor Reinhard Spieler, rückt die neuen Quadratmeter für die Präsentation von Kunst ins Zentrum der Aufmerksamkeit, was der Titel der Ausstellung unübersehbar deutlich macht. Der imponierende Saal, von dem in ihm die Rede ist, verbindet den Alt- mit dem Neubau. Er lässt sich vom Obergeschoss her über einen separaten Eingang erreichen, sodass er vom Museum für verschiedenste Events vermietet werden kann. Das wird zuverlässig Geld in die Kassen des klammen Hauses spülen, zumal er mit einer königlichen Treppe für einen geradezu hollywoodesken Auftritt seiner Besucher sorgt, was man in der Stadt an der Leine zu schätzen weiß. Später einmal soll in dem Saal ein Mobile von Alexander Calder hängen. Für die Eröffnungsschau parkt dort der VW-Bus von Christoph Keller aus seiner Installation „Expedition Bus and Shaman Travel“ (2002). Nicht gerade klein, wirkt das Fahrzeug in dem Saal doch beinahe verloren und…

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von Michael Stoeber

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